Mit Herz und Haltung

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Dein Akademie-Podcast

Mit Gott im Clinch

Mit Gott im Clinch

Vor 40 Jahren starb Fridolin Stier. Bekannt wurde er mit der eigenwilligen Übersetzung des Neuen Testaments. Als Meister des Wortes zeichnete Ihn eine hohe Sensibilität für das Dahinterstehende aus. Es half ihm, die Vereinbarkeit vom unverschuldeten Übel mit der Güte seines Gottes überein zu bekommen.

Jetzt spannt Erich Garhammer mit seinem neuen Buch ein neues Dach über Poesie und Theologie und stellt einen Sprach- und Glaubenskünstler vor, der Meridiane aus Worten gebildet hat. Es sind lebensrettende Wörter, eine Sprache, der Schmerz und Trost eingraviert sind. Von A bis Z reichen die Wörter, von Angst bis Zynismusprophylaxe: damit wird die Podcast-Episode eine Einladung zu einer sprachlichen Entdeckungsreise und eine theologisch-literarische Deutung für elementare Grunderfahrungen des Lebens.

Lebendige Partizipation - Synodalität als Chance und Notwendigkeit

Sind demokratische Entscheidungsfindungsprozesse auf Kirche übertragbar? Wie kann Synodalität dazu beitragen, den Geist der Kirche lebendig zu halten? Und was lässt sich aus dem 2. Vaticanum für die Umsetzung heutiger partizipatorischer Formen lernen? Diese und andere Fragen beleuchtete Prof. Dr. Norbert Lammert, der ehemalige Bundestagspräsident, aus politischer Perspektive in seinem Eröffnungsvortrag auf dem Online-Thementag mit dem Titel "Voll(e) Macht. Kirchliche Synodalität im 21. Jahrhundert", der im Januar von der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen veranstaltet wurde.

Der Dichter und der Neonazi

Wie funktioniert Freundschaft trotz gegensätzlicher politisch-ideologischer Ansichten? In seinem kürzlich erschienen Buch erörtert Thomas Wagner diese Frage am Beispiel von Michael Kühnen und Erich Fried. Während Fried als Friedensaktivist bekannt war, war Kühnen in den 80er Jahren Anführer der Neonazi-Szene. Trotzdem war ihr Verhältnis ein freundschaftliches. Was einte sie? Was trennte sie? Und was kann man daraus für die Gegenwart lernen?
Ein Interview mit Thomas Wagner.

Tage der Demut

Ist die Kirche in der Corona-Krise untergetaucht? Im persönlichen Essay "Tage der Demut" fragt der ZDF-Chefredakteur Peter Frey nach der Rolle der Kirchen in der Lockdownzeit. Und macht aus seinen Enttäuschungen keinen Hehl. Das Gefühl des Alleingelassenseins und verschlossene Türen haben bei ihm den Eindruck hinterlassen, den Eindruck einer Kirche auf Tauchstation. Ist das so? Und wenn ja, was braucht es, um die öffentliche Wahrnehmung zu ändern? Kernbegriffe wie vulnerable Gruppen offenbaren zudem: Die Gesellschaft ist von der christlichen Botschaft geprägt. Dem Kern der Botschaft. Aber er scheint losgelöst von der Institution.

Der Bischof von Mainz, Dr. Peter Kohlgraf, spricht mit Dr. Peter Frey über die Rolle der Kirchen in der Pandemie. Moderiert wird die Diskussion von Dr. Karin Wollschläger (Katholische Nachrichtenagentur).

Gemeinsam Zeugnis geben: Ökumene im 21. Jahrhundert

Zu Beginn dieses Jahres hatte Bischof Bertram Meier, der Mitglied der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist, gefordert, den Blick bei der Ökumene nach vorne zu richten und sich dabei mit den Fragen zu beschäftigen, die evangelische und katholische Kirche noch trennen. Dies sei eine "Zukunftsaufgabe". Hintergrund seiner Äußerungen war der 500. Jahrestag der Exkommunikation Martin Luthers, der am 3. Januar 1521 mit der päpstlichen Bulle "Decret Romanum Ponficem" von Leo X. verbannt wurde. Rückblickend stellt dies einen entscheidenden, schmerzlichen Schritt zur Konfessionalisierung dar.

In der Abschlussdiskussion der diesjährigen Winterakademie wurde einerseits das Verständnis des Unterschiedlichen in den Blick genommen und andererseits analysiert, wie das christliche Zeugnis in einer zunehmend areligiösen Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten gelingen kann. Wie weit haben sich die Kirchen angenähert, worin bestehen die noch scheinbar unüberwindlichen Hindernisse und was ist zur Einheit der Kirche noch notwendig? Vor allem aber: Wie können sie gemeinsam Zeugnis geben in einer areligiösen Gesellschaft?

Alternativlos oder gottgewollt? Kirchliche Synodalität im 21. Jahrhundert

Am 22. Januar 2021 hat die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen einen Online-Thementag mit dem Titel "Voll(e) Macht. Kirchliche Synodalität im 21. Jahrhundert" veranstaltet. Ziel dieses Thementags war, sich darüber zu verständigen, wie künftig Synodalität kirchliche Entscheidungsprozesse mitgestalten kann. Für den Abschluss der Tagung war der Journalist und Vorsitzende der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands, Joachim Frank, zuständig. Am Ende des langen Online-Tages fasste er aus subjektiver Sicht die wichtigsten Thesen, Theorien und Standpunkte zusammen, die die Referierenden geäußert haben. Mit dabei waren unter anderem Professor Norbert Lammert, der ehemalige Bundestagspräsident, die Theologin Prof. Dr. Sabine Demel aus Regensburg oder der Münchner Theologe Prof. Dr. Franz Xaver Bischof.

Klagezeit

Ist Kirche wirklich vor allem dazu da, Menschen Trost und Kraft zu geben?
Wo dies das Hauptziel ist, gehen die Klage, das Aushalten der Widersprüche und das Mit-Teilen der Trostlosigkeit verloren.

Das hat die Leipziger Theologin Dr. Kerstin Menzel unlängst in einem Essay für das Portal feinschwarz.net geschrieben. Kerstin Menzel fordert, der KLAGE auch und gerade in den Kirchen wieder mehr Platz einzuräumen - gerade in der Corona-Zeit, die von vielen Ungewissheiten, Sorgen, Ängsten und Nöten geprägt ist.

In Leipzig entsteht aus dieser Idee heraus gerade ein spannendes neues liturgisches Format: die KLAGE-ZEIT. Eine ökumenische Andacht, die Raum geben will für's Klagen, und nicht sofort Trost und Hoffnung hinterherschicken will - stattdessen geht es auch darum, das einzelne und gemeinsame Klagen auszuhalten und als Wert an sich zu verstehen. Um uns diesem Thema anzunähern, sprechen wir mit Dr. Kerstin Menzel und dem Propst der Trinitatisgemeinde in Leipzig, Gregor Giele.

Götter in Weiß an ihren Grenzen?

Wir erinnern uns noch an die Bilder aus Bergamo, an die überfüllten Krankenhäuser und die vielen, die die erste Pandemie-Welle nicht überlebten. Solche Zustände in Deutschland? Damals undenkbar. Seit Wochen steigen nun aber die Infektions- und Todeszahlen auch hier. Werden die Ärzte in hiesigen Krankenhäusern bald vor Priorisierungsentscheidungen stehen? Wie sind solche Entscheidungen juristisch zu bewerten? Wie sollen die medizinischen Entscheidungsträger mit potenziellen Schuldgefühlen umgehen? Bei der Erörterung dieser Fragen helfen uns der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, und der Moraltheologe Prof. Dr. Franz-Josef Bormann.

Bange Zuversicht

Die Coronapandemie hat das Lebensgefühl der Menschen tiefgreifend verändert. Zum Schutz von Risikogruppen wurde vorübergehend das gesellschaftliche Leben zum Stillstand gebracht. Dabei ist die Weltwirtschaft in eine dramatische Rezession geschlittert.
Die teils drakonischen Maßnahmen wurde von einem Großteil der Bevölkerungen bereitwillig mitgetragen. Doch bald schon ist ein engagierter gesellschaftlicher Diskurs aufgebrochen. Diskutiert wird um grundsätzliche Fragen. Was hat Vorrang: Gesundheit und Sicherheit oder Freiheit und Wirtschaft?

Vom Lockdown betroffen sind auch die christlichen Kirchen und ihre gottesdienstlichen Versammlungen. Die Sorge geht um, dass sich in der Zeit der Pandemie viele "Gewohnheitschristen" den Kirchen weiter entwöhnt haben. Andere sehen im Rückzug des kirchlichen Lebens aus den Kirchengebäuden in die Häuser eine Chance zu dessen Entklerikalisierung und Erneuerung.
Eine internationale Online-Umfrage in zehn Sprachen hat dazu die Meinungslage in den Bevölkerungen eingeholt. Dabei zeigt sich, dass in all den genannten Fragen die Bevölkerungen, aber auch die Nationen tief gespalten sind. Zudem stehen die Regierenden vor enormen sozialen und klimapolitischen Herausforderungen.
Der Religions- und Wertforscher Paul M. Zulehner legt die Ergebnisse der Studie vor und interpretiert sie pastoraltheologisch.

Weihnachten in der zerbrechlichen Existenz

Vom Mittelpunkt aus ist alles erreichbar. Schnell versucht der Mensch, diese Position einzunehmen. Was, wenn Liebe diesen Egoismus, die Angst und Gleichgültigkeit überwindet? Was, wenn im Sterben dieser Zeit tieferes Leben aufscheint, weil Gott sich sehnt, Mensch zu sein?

Dieses Weihnachten wird anders sein. Viele sind geplagt von der Corona-Pandemie und nicht wenige werden dieses Fest einsam begehen müssen. Wie verführerisch ist es da, das Bild des strafenden, rachsüchtigen Gottes zu bemühen. Doch diese alleinige Deutung verbietet sich. Doch „suchen wir Gott nicht in den Stürmen der Katastrophen, in den Fluten des Unglücks, in den todbringenden Erdbeben, die viele Sicherheiten erschüttern“. Denn: „Gott ist in unserer Welt vor allem in den Akten der menschlichen Liebe, des Glaubens und der Hoffnung anwesend.“

Ein Text von Prof. Dr. Dr. Tomáš Halík. Gelesen von Bischof Heinrich Timmerevers.