Mit Herz und Haltung

Mit Herz und Haltung

Der lebendige Bildungspodcast

Alle sollen eins sein?

Alle sollen eins sein?

Reform oder Kirchenspaltung? Und hohe Erwartungen an den Synodalen Weg. Vom 22. bis 24. September 2020 findet die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda statt und wird erstmalig vom Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing geleitet. Dieser zeigt sich beispielsweise in der Frage der Frauenordination reformwillig und bekam viel Gegenwind, u. a. vom Erzbischof von Köln, Rainer Kardinal Woelki. Wie sind solche Auseinandersetzungen einzuordnen? Auch die Folgen der Corona-Pandemie für die Kirchen werden die Bischöfe beschäftigen, genauso wie das Vatikan-Papier zur Pfarreireform.

Zu all diesen Fragen spricht Moderatorin Dr. Karin Wollschläger (KNA) mit Dr. Christiane Florin, die als Journalistin täglich mit Themen rund um Religion und Kirche zu tun hat und die Herbstvollversammlung aufmerksam verfolgen wird.
In der Woche nach der Konferenz kommt Frau Dr. Florin dann zu uns nach Sachsen und wird ihr neues Buch „Trotzdem! Vom Versuch, katholisch zu bleiben“ vorstellen: am 29.09. im Leibnizforum Leipzig und am 30.09. im Agricolaforum Chemnitz; beide Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

Der Elefant im Zimmer: Über Macht und Machtmissbrauch

„Der Elefant im Zimmer“ – Diese Redewendung meint keinen echten Dickhäuter. Vielmehr ist die Schriftstellerin Dr. Petra Morsbach der Überzeugung, dass ein gewichtiger Elefant eine treffende Metapher für Machtmissbrauch sei. Denn: Dieses größte Landlebewesen in einem Zimmer stehend, kann wohl kaum unbeabsichtigt übersehen werden. Sie spielt bewusst mit dieser Metapher: Wie kann es sein, dass Machtmissbrauch – obwohl er aufgrund der Schlagkraft und des anrichtenden Schadens eigentlich raumfüllend wahrnehmbar ist – zu oft ignoriert oder verleugnet wird? Warum deckte eine Kirchenbehörde einen Kardinal, von dem intern mehrere Jahrzehnte lang bekannt war, dass er Schüler und Novizen sexuell missbraucht hat? Was sind die Mechanismen von Machtmissbrauch und wie gelingt Widerstand dagegen? Diesen Fragen geht Morsbach in ihrem neuen Essay „Der Elefant im Zimmer – Über Machtmissbrauch und Widerstand“ und im Gespräch mit Prof. em. Dr. Erich Garhammer sowie Moderator Joachim Frank in dieser Podcast-Folge nach.

Chemnitz: Zwei Jahre danach

Im August und September 2018 kam es nach dem Stadtfest in der drittgrößten Stadt Sachsens zu Ausschreitungen, nachdem in den frühen Morgenstunden des 26. August 2018 Daniel H. durch Messerstiche tödlich und zwei weitere Personen schwer verletzt worden waren. Rechte Gruppen riefen in der Folge zu Demonstrationen auf: Migrant*innen, Polizist*innen, Pressevertreter*innen und das jüdische Restaurant „Schalom“ wurden angegriffen.
Zwei Jahre sind diese Vorfälle und Ausschreitungen inzwischen her, die Chemnitz verändert haben – und die nicht zuletzt dazu führten, dass Hans-Georg Maaßen als damaliger Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde.
Wir wollen mit dieser Podcast-Folge zurückschauen und mit etwas Abstand darüber diskutieren, wie die Situation so eskalieren konnte, was sich daraus für die Zukunft lernen lässt und wie Chemnitz heute mit diesen düsteren Wochen im August/September 2018 umgeht. Derzeit steckt Chemnitz im Bewerbungsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Die Jury gibt Ende Oktober 2020 die Entscheidung bekannt, welche Stadt es geworden ist.

Leunawerke und Kieferninseln: Poesie und Theologie

Heute erwartet Sie als unsere treuen Podcast-Hörer*innen unsere Ferien-Spezial-Folge. Wenn eine Zeit im Jahr geradezu prädestiniert dafür ist, in toller Atmosphäre – vor atemberaubendem Alpenpanorama oder ganz gemütlich im Strandkorb – ein anregendes Buch zu lesen, dann ist es wohl die Ferienzeit. Doch welches Buch soll es sein? Wenn wir ehrlich sind: Beim Kauf eines guten „Schmökers“ verlassen wir uns doch am liebsten auf Empfehlungen – aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder von der Buchhändlerin/dem Buchhändler vor Ort, die/den wir kennen. Zu schade ist die Lebens- und Ferienzeit für schlechte Bücher! In unserer heutigen Folge bekommen Sie gleich vier Bücher in der notwendigen Kürze, aber sehr anschaulich vorgestellt. Professor Erich Garhammer – kath. Theologe mit einer großen Leidenschaft für die Gegenwartsliteratur – stellt Ihnen seine persönlichen Zugänge vor und teilt mit Ihnen seine Erfahrungen bei der Lektüre.

Täter*in oder Helfer*in? Polizeigewalt und Gewalt gegen die Polizei

Die Polizei – „dein Freund und Helfer“. War das einmal?! Zuletzt häuften sich die kritischen Stimmen: Racial Profiling und rechte Netzwerke bei der Polizei – und in Sachsen dazu die Fahrrad-Gate-Affäre. Die Taz ging in einer Glosse sogar so weit, dass alle „Cops“ – im Falle einer Abschaffung der Polizei – als Berufsunfähige gerade noch gut genug für die Müllhalde wären. Diese missglückte Satire sorgte für reichlich Wirbel.
Weshalb werden Polizistinnen und Polizisten immer wieder Opfer von Gewalt – aber eben auch zu Täterinnen und Tätern. Wir befragen dazu zwei Expertinnen, die beinahe täglich mit Polizistinnen und Polizisten zu tun haben: Pfarrerin Dr. Barbara Zeitler als ev.-luth. Polizeiseelsorgerin in Leipzig – und Professorin Dr. Birgitta Sticher als Dozentin für Psychologie und Führungslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR).

Gewalt gegen Kinder - in der Pandemie und jeden Tag

Von tragischen Schicksalen und bedauerlichen Einzelfällen von missbrauchten und getöteten Kindern liest man leider immer wieder. Für gewöhnlich werden die Täter als „schwarze Schafe“ der Gesellschaft eingeschätzt und abgetan, die Vorfälle als überraschende Tragödien heruntergespielt. Zu schockierend wäre es, anzuerkennen, dass die Strukturen und Ursachen hinter der Gewalt gegen Kinder seit langem bekannt sind und doch noch keine wirksame und umfassende Handlungsstrategie der Politik vorliegt. Home Office, finanzielle Sorgen und Doppelbelastung sind Risikofaktoren, die in allen Gesellschaftsschichten den Druck auf Eltern gefährlich erhöhen. 100 Wissenschaftler appellierten zu Beginn der Pandemie gemeinsam an die Bundesregierung, Familien zu entlasten und in der Stressbewältigung zu unterstützen, um den vorhersagbaren Anstieg in der häuslichen Gewalt einzudämmen. Doch es wurden eklatante Versäumnisse gemacht – ein Zehntel der Kinder in Deutschland erlebte körperliche Gewalt während der Pandemie. Wie entsteht diese Aggression? Ist der Kinderschutz nicht systemrelevant?

Die Corona-Pandemie - Eine Stunde der Solidarität?

Zu Anfang der Coronakrise hörte man oft, eine Pandemie sei ein „großer Gleichmacher“, denn ein Virus kennt keine Grenzen und unterscheidet nicht zwischen arm und reich. Mehr und mehr zeichnet sich jedoch ab, dass die Krise die Schwächsten am Härtesten trifft und andere fast verschont lässt. Differenzen werden immer stärker verschärft, anstatt sich anzunähern, und an manchen Stellen droht die Gesellschaft schon auseinander zu brechen.

Holger Zaborowski, Professor für Philosophie an der Universität Erfurt sowie Autor zahlreicher Bücher, schlägt in dieser Folge eine Antwort auf die drohende gesellschaftliche Gefahr vor: Solidarität. Der Blick über Gruppierungen und Spaltungen hinaus könnte uns helfen, wieder für unsere Mitmenschen und unser Zusammenleben Verantwortung zu übernehmen.

Quo vadis, Europa?

Zum 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland für 6 Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Damit sind viele Erwartungen, aber auch Befürchtungen verbunden. Führen wir als größtes Land Europas die EU stärker aus der Krise hervor? Nutzen wir jetzt die Gelegenheit, solidarischer, gemeinschaftlicher, ehrlicher und grüner zu werden? Sind Corona-Bonds vielleicht sogar eine Pflicht der Solidarität? Oder bleibt alles beim Alten, die Sparer sparen und Andere werden immer unzufriedener?

Ulrike Guérot macht daraus eine Antwort: Mit der deutschen Ratspräsidentschaft hat Europa die Chance, dass die Bürgerinnen und Bürger in der EU eine neue Verantwortung erhalten!

Leere Kirchen, leere Taufbücher, leere Kassen?

Die Kirche und ihre Mitglieder - scheinbar stimmen immer mehr Menschen mit den Füßen ab. Oder eben mit ihrem Austritt. Nicht selten ist die finanzielle Belastung nach Jahren der Frustration oder zunehmenden Distanzierung die letzte – beste Flucht nach vorn. Doch die aktuellen Kirchenaustrittszahlen stimmen nachdenklich: Was machen die Kirchen mit dem Geld, wo setzen sie ihre Schwerpunkte und wie verändert sich die Situation in Folge der Corona-Pandemie?

Dr. Karin Wollschläger, Redakteurin der Katholischen Nachrichten-Agentur, moderiert die Diskussion zwischen dem Münsteraner Kirchenrechtler, Prof. Dr. Thomas Schüller, diskutiert mit dem Münchener Pastoraltheologen, Prof. Dr. Andreas Wollbold.

Brasilien und die Pandemie

Eine Million Infizierte, über 50.000 Todesopfer - Brasilien ist der aktuelle Corona-Hotspot. Während sich im größten und bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land die Pandemie ausbreitet, kämpft es weiter mit Skandalen und wirtschaftlichen Problemen. Der Regierung von Jair Messias Bolsonaro wird der falsche Umgang mit der Krise vorgeworfen.
Bernardo Johannes Bahlmann stammt aus dem Bistum Münster und ist Bischof von Óbidos. Er schildert im Interview mit Daniel Heinze die aktuellen Herausforderungen.

Die Idee, einen eigenen Bildungspodcast der Katholischen Akademie einzurichten, entstand aus einer Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der TU Dresden, die zum Sommersemester 2020 eine „Digitale Ringvorlesung“ anbietet.