Angst macht Meinung: Gefahr für unsere Freiheit?
Shownotes
Wenn man in der heutigen Zeit die Nachrichten liest, ist man schnell mit Weltuntergangsszenarien konfrontiert. Schlechte Nachrichten nehmen mehr Raum ein als positive Schlagzeilen. Daraus kann ein Gefühl der latenten Angst resultieren. Hand aufs Herz: Wann checken Sie morgens zum ersten Mal den Newsticker aus dem Smartphone? Oder halten Sie es gar mit „News avoidance“, der Vermeidung von Nachrichtenkonsum, weil ohnehin alles, was es dort zu lesen gibt, schlicht zu deprimierend ist?
Je unübersichtlicher das Weltgeschehen ist, desto höher ist die Verantwortung derer, die tagtäglich im Journalismus darüber berichten bzw. politisch an der Meinungsbildung in der Bevölkerung mitwirken. Denn häufig bestimmt bereits die Art und Weise, wie über Entwicklungen berichtet wird, das Vorzeichen im Kopf, mit dem wir darauf blicken. Auf dem diesjährigen Katholikentag in Würzburg Mitte Mai haben wir auf unserem „SachsenSofa“ - also dem Möbelstück, mit dem die beiden christlichen Akademien sonst im ländlichen Raum Sachsen unterwegs sind - mit vier spannenden Gästen gesprochen, welche das journalistische und politische Einmaleins im Schlaf beherrschen.
„Angst macht Meinung“ – Ist das so? Hat sich dieser Mechanismus zuletzt verstärkt? Und lauert darin gar eine Gefahr für Vielfalt und Freiheit hierzulande? Die Highlights aus dem Podium in der mit hunderten Gästen vollbesetzten Würzburger Posthalle haben wir für euch bei „Mit Herz und Haltung“ in dieser Episode noch einmal zusammengestellt.
Robin Alexander studierte Geschichte und Journalismus in Leipzig. Seit 2008 bis 2025 war er für die Zeitung „Welt“ tätig, unter anderem zeitweise als stellvertretender Chefredakteur. Mit „Die Getriebenen“ (2017), „Machtverfall“ (2021) und „Letzte Chance“ (2025) hat er mehrere Bestseller über die letzten Berliner Koalitionen verfasst. Seit 2021 ist er gemeinsam mit Dagmar Rosenfeld Podcast-Host von „Machtwechsel“, einer der reichweitenstärksten deutschen Politik-Podcasts.
Dr. Christina Berndt studierte Biochemie und promovierte am Deutschen Krebsforschungszentrum. Seit mehr als 25 Jahren schreibt sie in der Süddeutschen Zeitung über Medizin, Psychologie und Lebenswissenschaften und ist dort Leitende Redakteurin im Ressort Wissen. Außerdem veröffentlichte sie als Autorin bereits einige Bestseller. Zuletzt erschien 2025 der Titel „Klimaresilienz. Was wir tun können, damit uns die Klimakrise nicht krank macht“.
Tilo Jung startete 2013 auf YouTube sein Format „Jung & Naiv - Politik für Desinteressierte“ , das sich über Crowdfunding finanzierte und 2014 einen Grimme Online Award der Kategorie Information erhielt. Finanziert von Spenden unterhält Jung ein siebenköpfiges Team, um unabhängig und werbefrei den Parlamentsbetrieb zu durchleuchten und mediale Rezeptionsgewohnheiten der Bundespolitik in Frage zu stellen.
Yvonne Magwas studierte Soziologie, BWL und Psychologie. Von 2013 bis 2025 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an und vertrat dort seit 2017 den Vogtlandkreis als direkt gewählte Abgeordnete. 2021 bis 2025 stand sie dem Parlament zudem als eine der Vizepräsidentinnen vor. 2021 bis 2025 war sie Präsidiumsmitglied der CDU Deutschlands, 2019 bis 2025 stellvertretende Bundesvorsitzende der Frauen-Union. Bei der Bundestagswahl 2025 ist Yvonne Magwas nicht mehr angetreten. Inzwischen ist sie Leiterin der Vorstandsabteilung Zukunft, Gesellschaft und gesunde Arbeit bei der Barmer Krankenkasse.
Hinweise:
- Alle kommenden Termine des SachsenSofas und alle Aufzeichnungen der letzten Ausgaben kostenlos zum Nachschauen sind unter diesem Link zu finden.
- Eine Playlist mit unseren Folgen rund um Journalismus und Social Media findet ihr bei YouTube und Spotify.
Redaktion: Jonatan Burger, Emily Siegel Intro/Outro, Schnitt und Produktion: Daniel Heinze
Diese Episode entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Evangelische Akademie Sachsen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Das Spezifische heute ist es, dass es von zwei Seiten kommt.
00:00:04: Heute haben sie Leute die rechts ganz viel Angst haben.
00:00:07: Wenn Sie mit Leuten reden, die AfD wählen oder sich für die AfD engagieren, die haben Angst.
00:00:12: Die sagen ich erkenne mein Land nicht wieder und auf der anderen Seite die ganze Klimakiste ist angstgetrieben.
00:00:17: Was passiert hier?
00:00:18: Unser Klima verändert sich.
00:00:20: Ist das überhaupt noch rückholbar?
00:00:22: Der Grad ist ja schmal.
00:00:23: also was ist Angst Und was is Information?
00:00:27: Also was ist letztlich auslöst bei den Menschen?
00:00:29: Hat ja auch mit den Menschen selber zu tun, die womöglich identische Nachricht aufnehmen.
00:00:36: Bei dem einen löst das Angst aus und der andere liest eher heraus Mensch ich muss etwas tun!
00:00:40: Der Dritte sieht darin, was er tun
00:00:43: kann.
00:00:47: Mit Herz und Haltung debatten Positionen-Hintergründe
00:00:52: zu den Fragen
00:00:53: unserer
00:00:53: Zeit.
00:00:57: Angst macht Meinung.
00:00:59: Eine Live-Debatte rund um Verantwortung im Streit der Meinungen.
00:01:03: Mit Robin Alexander, Christina Berndt, Thilo Jung und Yvonne Makwas.
00:01:11: Herzlich willkommen bei mit Herz und Haltung dem Podcast der katholischen Akademie des Bistums Dresden Meißen!
00:01:16: Ich bin Daniel Heinze, hallo!
00:01:18: Wer heutzutage Nachrichten liest, hört oder schaut?
00:01:21: Der kann ja schnell das Gefühl kriegen gleich geht die Welt unter.
00:01:25: Schlechte Nachrichten nehmen in der Regel mehr Raum ein als positive Schlagzeilen.
00:01:29: Na ja,
00:01:29: und das macht was mit uns.
00:01:31: Ein Gefühl der Latenten Angst kann daraus resultieren!
00:01:34: Die Wochenzeitung die Zeit schrieb im Jahr zwanzig nach dem Wahl-Sieg Donald Trumps.
00:01:39: Von nun an wird man morgens wieder aufstehen mit dem Bangengefühl Was hat der Mann über Nacht angestellt?
00:01:45: Mal Hand auf's Herz.
00:01:46: wann checkt ihr morgens zum ersten mal den News-Ticker auf eurem Smartphone?
00:01:50: oder seid ihr womöglich längst im Stadion von News für Tiek angekommen?
00:01:53: also Nachrichtenmüdigkeit Oder gar News Avoidance.
00:01:57: Vermeidet also den Nachrichtenkonsum komplett, weil ohnehin alles was es dort zu lesen gibt schlicht zu deprimierend ist.
00:02:04: Je unübersichtlicher das Weltgeschehen ist desto höher ist die Verantwortung derer, die tagtäglich im Journalismus darüber berichten bzw politisch an der Meinungsbildung in der Bevölkerung mitwirken.
00:02:15: Denn häufig bestimmt ja bereits die Art und Weise wie über Entwicklungen berichtet wird Das Vorzeichen im Kopf mit dem wir darauf blicken.
00:02:22: Sachsens Christliche Akademie haben zu diesem Thema Mitte Mai extra das Sachsen-Sofa zum Katholikentag nach Würzburg gebracht.
00:02:30: Mit diesem Möbelstück sind evangelische und katholische Akademien normalerweise im ländlichen Raum in Sachsen unterwegs, um die großen Themen unter den Nägeln brennen zu diskutieren.
00:02:39: In Würzburg hab ich auf dem Sachsensofa mit vier spannenden Gästen gesprochen, die das journalistische und politische einmal eins im Schlaf beherrschen.
00:02:47: Mit Robin Alexander vom Machtwechsel-Podcast, mit Christina Berndt von der Süddeutschen Zeitung, mit Thilo Jung vom Politikformat Jung & Naiv und mit der früheren Bundestagsvizepräsidentin und Politikerin Yvonne Marquas.
00:03:01: Angst macht Meinung.
00:03:03: war die Torgrunde überschrieben?
00:03:05: Ist es so?
00:03:05: hat sich dieser Mechanismus zuletzt verstärkt Und lauert darin gar eine Gefahr für Vielfalt und Freiheit hierzulande?
00:03:12: Die Highlights aus diesem Podium, in der mit hunderten Gästen voll besetzten Würzburger Posthalle die haben wir heute für euch zusammengestellt.
00:03:19: In dieser Folge von Mit Herz und Haltung!
00:03:33: Seit dem Jahr ist er gemeinsam mit Dagmar Rosenfeld Podcast Host von Machtwechsel.
00:03:48: Das ist einer der reichweiten stärksten deutschen Politik-Podcasts und ein Format, den man sich seit diesem Jahr nochmals verstärkt widmet.
00:03:55: Von Robin Alexander wollte ich wissen ob er als langjähriger Beobachter sagen würde dass sich die politische Bearbeitung von Angst in der letzten Zeit gewandelt hat?
00:04:04: Und ob
00:04:04: Angst stärker instrumentalisiert wird als früher?
00:04:07: Seine Antwort war eindeutig
00:04:09: Ich glaube nicht.
00:04:11: Ich glaube, wir kommen aus so einer Angstkultur.
00:04:14: Wenn Sie malen die achtziger Jahre denken, Atomangst, Nachrüstungsangst also das Arbeiten mit Ängsten im Politischen war immer da und war immer ein deutsches Spezifikum.
00:04:26: Also gerade wenn wir eher in christlichen Zusammenhang sind mit der Rückentwicklung des Christlichen im allgemeinen Bewusstsein tritt ja interessanterweise dass eschratologische diese Weltuntergangsängste werden stärker.
00:04:41: Also denken Sie mal an die Bücher von Gudrun Pausewang, die wir alle als Kinder gelesen haben.
00:04:47: Die Kinder von Schäweborn, Atomkatastrophe.
00:04:49: und die Schlüsselszene des Buches ist Krippe-Familie geburt also eine Weihnachtszene Und dann wird das Kind ganz verkrüppelt und blind geboren.
00:04:59: Also sogar... ...die alte Angst, die unsere Religion ja auch hat aber ohne die Hoffnung!
00:05:06: Ohne die Erlösungshoffnung Und das war in den Achtzigerjahren eine ganz, ganz starke Dominante.
00:05:11: Unser Atomausstieg ist gar nicht ohne zu erklären Friedensbewegung ganz anders in Deutschland als in anderen Ländern.
00:05:17: und das Spezifische heute ist es dass es von zwei Seiten kommt.
00:05:22: Heute haben sie Leute die rechts ganz viel Angst haben wenn Sie mit Leuten reden die AfD wählen oder auch sich für die AfD engagieren.
00:05:29: die haben Angst Die sagen ich erkenne mein Land nicht wieder große Angst und auf der anderen Seite die ganze Klimakiste ist angstgetrieben.
00:05:38: Was passiert hier?
00:05:39: Unser Klima verändert sich.
00:05:40: Ist das überhaupt noch rückholbar?
00:05:43: Auch hier Greta Thunberg, wer sozusagen christlich informiert ist er kennt ja die heilige Kategorien von Sienna wieder also dieses eine junge Frau dann ist sie krank.
00:05:55: aber ihr krank sein ist auch eine besondere Begabung für Empathie und das alles christliche Themen ohne Christentum so und deshalb glaube ich dass spezifische jetzt ist.
00:06:03: Jetzt haben zwei Seiten Angst vorher immer nur eine.
00:06:06: Als zweite Journalistin auf dem Sachsensofa begrüßen durfte ich Dr.
00:06:10: Christina Berndt, die seit mehr als twenty-fünf Jahren in der Süddeutschen Zeitung über Medizin-, Psychologie und Lebenswissenschaften schreibt – und die dort leitende Redakteurin im Ressort Wissen ist.
00:06:21: Angesichts des Klimawandels mit dessen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sie sich intensiv beschäftigt hat Wollte ich von ihr wissen, wie gelingt es von der Angst ins Handeln zu kommen und wie wichtig ist es dafür sich auch vor schlechten Nachrichten nicht wegzuducken?
00:06:37: Ja.
00:06:37: Es ist nicht einfach!
00:06:39: Ich finde schon dass es immer ein Spagat ist gerade auch als Journalistin zu diesen Themen oder überhaupt zu Themen zu arbeiten weil man natürlich auf Probleme hinweisen muss, ja das ist ja unser genuiner Job.
00:06:52: Das zu tun dass wir Finger in Wunden legen müssen, dass wir Probleme aufzeigen müssen und ja klar wie löst man Probleme?
00:07:01: Man muss sie erst mal erkennen!
00:07:03: Man muss sich auch annehmen also nicht die Variante zu sagen ich will damit überhaupt nichts mehr zu tun haben Ich lese keine Nachrichten mehr dann geht es mir.
00:07:11: besser mag zwar für manche Menschen eine Weile lang halten aber letztlich führt natürlich auch zu einer psychologischen Dissonanz im Grunde, zu einer Dissonance im Gehirn.
00:07:23: Weil man ja eigentlich weiß es wäre wichtig dass man sich informiert weil man nur dann ins Handeln kommen kann.
00:07:31: ich würde übrigens widersprechen das das so eine deutsche Eigenschaft ist so viel Angst zu haben.
00:07:36: Ja klar!
00:07:37: Das wird uns immer angedichtet.
00:07:39: aber natürlich arbeitet Politik überall mit Angst.
00:07:43: also siehe auch die eben schon zitierten USA mit Donald Trump.
00:07:48: Da werden Ängste auch ganz gezielt geschürt, damit man Menschen dazu bringt gewisse Kreuze an bei gewissen Parteien zu machen.
00:07:56: und nicht zuletzt ist es eine lange Tradition der Kirchen mit Angst zu arbeiten und die Menschen in der Vergangenheit dazu zu bringen ein gewisses Verhalten an den Tag zu legen.
00:08:10: ja weil Angst so ein mächtiges Gefühl ist haben, weil sie uns dann in so eine Schockstarre vielleicht auch bringt.
00:08:20: Und genau das ist eigentlich der Punkt wo wir als Journalistinnen und Journalisten ansetzen sollten dass man die Menschen eher motiviert zu handeln.
00:08:30: und das kann man denke ich auch wenn man Nachrichten gut aufbereitet wenn man immer diesen Gedanken im Hinterkopf hat Es soll jetzt nicht desillusionieren, es soll nicht Panik schüren.
00:08:43: Nein bitte nicht!
00:08:44: Sondern es soll am Ende auch immer Lösungswege aufzeigen was denn jetzt zu tun ist.
00:08:50: Denn das wissen wir sehr gut aus der psychologischen Forschung Menschen die in Krisensituationen ins Handeln kommen denen es gelingt zu sagen Mensch ich tue was Ich vereine mich mit anderen.
00:09:03: Ich fahre zum Quartolinkentag, ich suche Solidarität und Aufgabe in meinem Leben.
00:09:10: Das ist die Grundlage der
00:09:11: Resilienz.".
00:09:12: Dritter im Bund war Journalist Thilo Jung.
00:09:15: In den letzten Jahren startete er auf YouTube seinen Format Jung-und-Naiv-Politik für Desinteressierte – das inzwischen über sechshunderttausend Abonnentinnen und Abonnten verzeichnet und finanziert durch Spenden unabhängig und werbefrei den Parlamentsbetrieb durchleuchtet.
00:09:31: Zu Beginn habe ich ihn gefragt, wie stark wir als Bürgerinnen und Bürger eigentlich alle selbst dafür verantwortlich sind uns in einer Demokratie trotz Hierbsmeldungen in den Nachrichten aus der Angststarre zu befreien.
00:09:43: Ich glaube je mehr Zeit man hat im privaten sich mit dem Weltgeschehen zu beschäftigen, dass du mehr Verantwortung hat man auch.
00:09:55: Aber ich glaube die meisten Menschen sind leider gefangen im Alltag eines Arbeitsalltags... Ich kenne das aus meiner eigenen Familie.
00:10:04: Wo acht?
00:10:04: Neun Stundentage, die regel waren.
00:10:07: Kindererziehung noch dazukommt und man abends dann um zwanzig Uhr nach dem Armbrot froh ist nicht noch die Zeitung oder meine wegen der Talk schon mit Robin Alexander oder einen von uns hier zu sehen und sich mit dem Weltgeschehen und den Politischen zu befassen sondern man entscheidet sich dann leider mehrheitlich in diesem Land für das Berieseln für den Trash und einem gewissen Eskapismus aus dieser unschönen Realität.
00:10:34: Und das ist vielleicht auch ein Zeichen, ich verfolge jetzt Aktivmedien seit dem Jahrzehnten.
00:10:41: Wir scheinen in dieser Art Angststarre festzusitzen und einerseits plädiere ich selbst – so mache ich es jedenfalls auch – davon den täglichen Newscycle zu vermeiden um nicht einfach erschlagen zu werden mit all den Entwicklungen, die sich jeden Tag abspielen.
00:11:03: Ich glaube es ist reich wenn man sich damit auch einmal die Woche beschäftigt also die Wochenzusammenfassung der sieben Tage.
00:11:09: Das ist doch geschäftschädigend
00:11:10: was Sie hier sagen?
00:11:12: Ja es ist geschäftsschädignd für die Medien, die von Klicks leben und die von den täglichen Entwicklungen leben.
00:11:22: das bin ich ja nicht, da bin ich ganz froh.
00:11:27: Aber da sind wir ja auch schon ein Problem, also am Medienproblem in unsere Demokratie.
00:11:33: Wie die Eigentumsverhältnisse sind der Medien und wie diese Medien funktionieren?
00:11:39: Und dass sie halt von Klicks, von Werbung usw.
00:11:42: leben und darauf angewiesen sind das die Leute weiter klicken.
00:11:48: Das Thema dieses Pendels ist ja Angst macht Meinung.
00:11:51: ich hätte mir eigentlich fast schon gewünscht, Angst, Macht, Meinung.
00:11:58: Weil Medien haben Macht insbesondere öffentlich-rechtliche wie auch große private Medienkonzerne und darüber müssen wir reden weil es gibt manche IOPS Botschaften die eben nicht in diesem Land gehört werden, die viel zu wenig gehört werden das nicht von Interesse der jeweiligen Besitzer dieser Medien sind.
00:12:25: ich meine extreme Ungleichheit in diesem Land.
00:12:29: Eine Vermögensungleich, eine Vermögenungleich hat die unsere Demokratie gefährdet, die uns vielleicht in Abgründe stürzt, die wir eigentlich schon vor achtzig Jahren geglaubt hatten überwunden zu haben und die Besitzverhältnisse da.
00:12:47: also wer besitzt was?
00:12:49: Das fehlt in diesem Diskurs und das ist halt wichtig im Dschungel der hier aufs Botschaften gehört zu werden.
00:12:56: Und dass wir damit uns auseinandersetzen, weil das erklärt hat auch vieles
00:13:00: Als vierter Gast in Würzburg auf dem Sachsen-Suffer dabei war die CDU-Politikerin Yvonne Makwas.
00:13:06: Sie kennt den politischen Betrieb aus erster Hand, von Jahrzehnte bis zu Jahrzehnundzwanzig gehörte sie dem Deutschen Bundestag an seit Jahrzehrzehnten als Direktgewählter Abgeordnete des Vogtlandkreises und von Jahrzeitzehntunzwanziger bis zum Jahrzehminteil stand sie dem Parlament zudem als eine der Vize-Präsidentinnen vor.
00:13:24: Bei der Bundestagswahl im Jahrzerhnteil ist Yvon Makwas nicht mehr angetreten.
00:13:29: Auf dem Sachsen-Sover berichtete sie, wie es in der Politik ganz praktisch gelingt.
00:13:33: In Krisensituationen die eigenen Emotionen gut im Griff zu behalten und wie wichtig das eigene Bauchgefühl ist?
00:13:41: Vielleicht erst mal dass man auch in der Krise ein Stück weit entschleunigen muss.
00:13:46: ich sage jetzt mal ganz grob erstmal auch erstmal durchatmen dann ist es glaube ich wichtig einen guten also für mich war das immer wichtig in Entscheidungen guten Apparat, einen guten Beratungskreis zu haben.
00:14:01: Unterschiedliche Perspektiven zu hören und zu sehen auf das Problem sozusagen auch unterschiedliche Perspekten zu bekommen.
00:14:10: Und dann natürlich – ich sage jetzt mal wenn ich das Wort Bauchgefühl mit Erfahrungsschatz vielleicht ein bisschen gleichsetze – dann schon auch zu entscheidender Aus einer Erfahrung heraus und auch mit verschiedenen Situationen, die man im Leben schon mal hatte.
00:14:28: Auch ein Stück weit sie mit einzubeziehen aber auch und darum Sie beide hatten vorhin gesagt Kirche ist auch oft mit Angst verbunden.
00:14:38: ich verbinde Kirche vor allen Dingen auch mit Hoffnung und mit dem gewissen Wertekompass.
00:14:43: Und so einen gewissen Wertekompass ist eben auch wichtig um eine Entscheidung auch in der Krisensituation gut zu treffen.
00:14:53: Das wäre vielleicht noch auch ein anderer Punkt, weil es so ein bisschen angesprochen wurde.
00:15:00: Ich unterscheide auch einen Stück weit.
00:15:03: oder es gibt Politikertypen die seriöse Politik machen und es gibt politiker Typen und Politik Die Angst mit Angstpolitik machen und die wollen auch unbedingt mit Angst Politik machen.
00:15:16: Und die Angst sozusagen auch instrumentalisieren, und das unterscheidet es glaube ich noch mal den Politiker der sozusagen mit Ratio- und auch mit Empathie Entscheidungen trifft, auch in Krisensituationen Und den Politiker, der das zum Instrument macht und der gar nicht möchte, dass es eine Hoffnung oder was Gutes gibt.
00:15:37: Sondern er lediglich wirklich die Angst immer hochhalten will um somit eben auch Dinge zu schüren und eine gewisse Meinung in der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.
00:15:48: Von daher glaube ich schon, gibt es da Unterschiede?
00:15:54: ist es manchmal auch der gute Menschenverstand, der notwendig ist.
00:15:57: Bedenke die Folgen vom Ende her.
00:15:59: nicht immer gleich Redner wenn das Mikro hingehalten wird oder nicht gleich auf jede Tickermeldung antworten erst mal auch ein Stück weit wirklich in Ruhe nachdenken und dann erst redener Das ist glaube ich auch wichtig.
00:16:16: in Krisensituation
00:16:18: Hochherr auf dem Sachsen-Sofa und im Publikum in der Würzburger Posthelle ging es dann wenig später.
00:16:23: Als viele Fragen der Besucherinnen und Besucher auf die politische Instrumentalisierung von Angst zielten, und den Bibelischen fürchtet dich nicht den Vorwurf gegenüberstellten – im politischen Raum vor allem seitens des Rechtspopulismus ginge er ist eher um ein Fürchte dich!
00:16:39: Das wollte Robin Alexander nicht so stehen lassen.
00:16:42: Also ehrlich gesagt mir ist das hier ein bisschen zu unkatholisch.
00:16:51: Wir wissen doch, Christus ist nicht für die Sünden der AfD gekreuzigt worden sondern für unser aller Sünden.
00:16:58: Und ins Politische gewendet.
00:16:59: wollen wir jetzt wirklich diese Veranstaltung gestalten dass wir uns permanent erzählen daraus gibt es Leute die Arbeit mit Angst diesen Böse.
00:17:07: die wollen die Demokratie abschaffen und wir sind die Guten und wir halten zusammen.
00:17:12: Ist das oder können wir uns einen differenzierteren Diskurs zumuten?
00:17:20: Wo arbeiten
00:17:21: wir denn mit Angst Erzählung?
00:17:24: Ist denn die Angst vor der AfD nicht auch eine Erzählung, die wir machen?
00:17:31: Arbeiten
00:17:31: wir nicht mit Konkurrierenden.
00:17:33: Als wir beide in den Talkshows gesessen haben und den Leuten erklärt haben, dass sie sich zu Recht vor Corona fürchten sollen, haben wir nichts mit Angst gearbeitet.
00:17:42: Wir hätten nicht im Klimadiskurs, ich habe es schon angeordnet, sondern mit Angst gearbeitet.
00:17:45: Also die Idee – wir sind die Guten!
00:17:48: Wir spenden Hoffnung.
00:17:49: Und da draußen sind die Leute die Angst schwören.
00:17:52: Das ist zu
00:17:52: simpel.".
00:18:00: Ja, aber die Frage ist doch... Wir geben doch auch Lösungen und gehen ins Handeln.
00:18:09: zumindest für mich einen seriös und einen, ich sag mal in Anführungstrich ein guter Politikstil aus.
00:18:17: Und nicht eben keine Lösung zu geben und immer nur in der Angst zu bleiben sondern auch sagen pass auf klar jetzt gibt es Problem aber wir müssen nach vorn gucken wir müssen das Problem lösen wir müssen handeln.
00:18:27: Das ist doch das was sozusagen auch Kompass für Politik sein muss.
00:18:33: Klar sprechen wir auch Ängste aus die Angst auch ansprechen.
00:18:40: Aber wir müssen daraus eine positive Geschichte, eine Lösung und eine Vision geben – das macht doch die ordentliche Politik aus!
00:18:47: Und ich glaube auch die ordentliche Medienarbeit oder nicht?
00:18:53: Der Grad ist ja schmal.
00:18:54: also was ist Angst und was ist Information?
00:18:58: Was es letztlich auslöst bei den Menschen hat mit den Menschen selber zu tun, wo möglich die identische Nachricht aufnehmen.
00:19:07: Ja bei dem einen löst das Angst aus, der andere liest eher heraus Mensch ich muss was tun, der dritte sieht darin was er tun kann.
00:19:15: also sichern müssen wir vorsichtig sein und nicht in dem Sinne Ängste schüren.
00:19:20: aber natürlich müssen wir informieren und wir müssen vertrauen über diese ehrliche Information gewinnen und dass gilt für die Politik genauso.
00:19:28: Ich erinnere an eine Zeit als Bundeskanzler blühende Landschaften versprachen so nicht gab.
00:19:36: Also das kann ja auch nicht die Lösung sein, dass ich irgendwelche Versprechen mache immer wieder Hoffnung gebe mit falschen Versprechen.
00:19:44: Ich muss es schon ordentlich abwägen und dann denke ich Kann man als Medien sehr guter Arbeit für dieses Land machen wenn man diesen Grad vernünftig
00:19:53: geht.
00:19:55: Ich würde Robert Alexander in dem Sinne unterstützen Dass unser Aufgabe eigentlich sein soll aufzuklären anhand der Heute verfügt man Informationen, was passiert wenn es weitergeht wie es aufgrund der politischen Gemengenlage weitergehen soll.
00:20:18: Was die Alternativen wären und das führt bei den einen zu Angst und bei anderen könnte das zur Hoffnung führen.
00:20:24: genau die gleiche Ausgangslage.
00:20:27: Beispiel bei der AfD die Einsagen Gott, wenn die AfD an die Macht kommt, dann bekommen wir einen neuen Faschismus im Land und die anderen sagen, wenn sie auf die AfD in die Macht kommen, ja da wird hier etwas gegen die Ausländer getan.
00:20:36: Das ist für ein die Hoffnung, die anderen die Angst.
00:20:39: ich möchte daher trotzdem unterstützen.
00:20:43: du hast von gesagt Lösungswege aufzeigen.
00:20:46: das kann dazu führen dass wir uns weniger fürchten und das möchte ich völlig unterstützen und das würde aber einfach auch für unsere Medien, Landschaften und Gemeinden eine große Herausforderung bedeuten.
00:20:58: Weil wenn wir die Klimakatastrophe angehen wollen dann werden das verdammt harte Wahrheiten sein, die Teil der Lösung sind.
00:21:09: Wir müssen uns von einem Wirtschaftsmodell verabschieden dass uns achtzig Jahre lang Wohlstand beschert hat aber so nicht mehr weitergehen kann weil es den Planeten zerstört.
00:21:21: was wir gemeint Dieses kapitalistische System, das wir gemeinnahme soziale Marktwirtschaft sehen.
00:21:26: Das ist halt nicht mehr zukunftsfähig!
00:21:29: Wir müssen uns bei anderen großen globalen Fragen wie die Pandemie und fragen was können wir aus der letzten Pandemie lernen damit eine nächste nicht mehr so sehr unser Leben, unser Globales miteinander stört?
00:21:43: stattdessen haben wir uns offenbar im Kollektiv entschieden, die Corona-Pandemie zu verdrängen.
00:21:50: Und so gut es geht nicht mehr zu gucken was für Fehler gemacht wurden, medial wie politisch und was wir besser machen könnten.
00:22:00: Wir könnten gucken welche Mitverantwortung wir in Sachen Kriegen und Volkermorden in dieser Welt haben, was wir als Gesellschaft tun können um eine Politik dazu zu bringen eben Angriffskriege zu billigen oder vielleicht indirekt zu unterstützen usw.
00:22:21: Intensiv wurde schließlich vor allem darüber diskutiert, welche Rolle die sozialen Medien für den politischen Diskurs spielen wie Angst dort gezielt geschaffen und in Geld verwandelt wird?
00:22:30: Und wie Parteien auf Social Media unterwegs sein sollten.
00:22:33: Tilo Jung ging dabei hart mit den Sozialen Medien ins Gericht.
00:22:37: Ich bin zwar in einerseits Nutznäßer von sozialem Medien weil auch YouTube ein soziales Medium ist.
00:22:46: Andererseits ist die Entwicklung gravierend und hat eine demokratiegefährdende Tendenz, alle marktbeherrschenden sozialen Medien angefangen bei Facebook Instagram X usw.
00:23:01: sind in den Händen von amerikanischen Milliardären.
00:23:06: oder im Bezug auf TikTok Ich wünschte, wir hätten in Europa eine gesellschaftsorientierte Medienpolitik bzw.
00:23:25: soziale Medienpolitik, die es schaffen könnte entweder... diese Besitzbehältnisse dieser sozialen Medien anzugehen und sie zu vergesellschaften bzw.
00:23:36: das Eigentum ihnen wegzunehmen, damit die sozialen Medien in Nutzung der breiten Massen sind zu demokratisieren oder indem eine Alternative geschaffen wird – eine öffentlich-rechtliche Art von Social Media
00:23:52: usw.,
00:23:55: wo die Algorithmen wo die Algorithmen in Kollektiverhand sind, unter demokratische Kontrolle stehen und nicht so wie es jetzt ist.
00:24:04: Wo auf X, auf Instagram, auf TikTok
00:24:07: usw.,
00:24:08: der Gegenspruch, der Hass das ist was dominiert.
00:24:14: Grundsätzlich sind ja soziale Medien was Tolles.
00:24:16: Also die sind ja eigentlich ein Schritt zur Demokratisierung, leichte Verfügbarkeit von Nachrichten.
00:24:23: Jeder kann sich beteiligen.
00:24:24: also an sich ist es ja etwas Tolles.
00:24:26: aber Ja so wie's gemacht wird sind leider asoziale Medien und man muss schon sagen nicht seit Elon Musk Twitter übernommen hat.
00:24:34: das heißt jetzt ex Gregierter.
00:24:37: der Hass Das ist gar keine Frage.
00:24:39: da laufen die Algorithmen auch so dass die Dinge nach oben gespült werden die möglichst viel Streit verursachen.
00:24:46: Ich habe neulich mit einer amerikanischen Forscherin von Harvard ein Interview geführt, die jetzt in Mannheim forscht quasi geflogen ist weil Elon Musk seine Mäute auf sie gehetzt hat.
00:24:58: unter anderem die hat dann vierhundert Hassnachrichten in der Minute bekommen.
00:25:03: das muss man sich mal vorstellen.
00:25:05: also die können mit ihren Algorithmen auch Menschen vernichten und insofern brauchen wir eine Regulation.
00:25:13: Ich fände es toll, wenn wir eigene europäische deutsche soziale Medien hätten.
00:25:17: ich finde aber auch die Politik immerhin hellhörig ist dass die EU gute Regularien hat.
00:25:23: das wir bei uns eben nicht so einfach hassnachrichten faschistischen Nachrichten volksverhetzende Nachrichten verbreiten dürfen is schon klar.
00:25:32: Kontrolle könnte, sollte müsste besser sein.
00:25:35: Aber immerhin haben wir eine Gesetzgebung die das ein einzuhägen versucht?
00:25:41: Herr Alexander während die beiden Damen genickt haben bei dem Vorschlag habe ich aus ihrem Blick ist erstmal ganz vorsichtig Skepsis rausgelesen.
00:25:49: Sie sind nicht davon überzeugt dass es so eine europäische Lösung was bringen könnte oder haben da Zweifel.
00:25:55: also dass die Algorithmen die Pest sind das isso.
00:26:00: Sie müssen sich vorstellen, wenn sie so was machen wie wir Journalisten dann sind die ja sozusagen der Sender und das Publikum ist der Empfänger.
00:26:07: Und dazwischen hat sich ein Dritter geschoben Wenn sie sich das Mediennotzungsverhalten ihrer Kinder gucken.
00:26:13: also Zeitungen sind eh schon tot aber auch Die Kinder geben ja nicht ein süddeutsche.de oder tats.de Die machen es über Insta oder über TikTok und das bedeutet was die Kinder sehen entscheidet einen dritter der Algorithmus.
00:26:31: Und tatsächlich sind die Dinger, da sie sozusagen darauf angelegt sind das immer weitergeguckt wird kann es keinen ruhigen positiven Abschluss geben.
00:26:41: also wenn ich ein Artikel oder einen Podcast oder einen Film mache Ein Jahr Friedrich Merz und dann komme ich dazu einiges hat geklappt anderes hat nicht geklappt.
00:26:50: Das Gesamtbild ist grau.
00:26:52: Also wie meist im Leben Ist es für den Algorithmos nicht der Hit Wenn Ich schreibe friedlich-merz Der Untergang Deutschlands.
00:26:59: Das hat jetzt Potenzial viral zu gehen.
00:27:02: Und deshalb ist in diesen Algorithmen eingebacken, dass wir uns im Diskurs zerreißen.
00:27:07: und das wäre auch so wenn die Algorithme fair sind.
00:27:11: Sind sie aber nicht?
00:27:12: Weil ihr habt Tilo Jung recht.
00:27:14: Die gehören amerikanischen Milliardären oder Leuten die am letzten Ende mit der kommunistischen Partei Chinas verbunden sind, die unser Modell also nicht wohlgesonnen sind!
00:27:23: So nur.
00:27:24: das Problem ist natürlich Wenn Sie regulierend da reingehen treffen sie auch wieder Machtentscheidungen.
00:27:31: Aber demokratisch?
00:27:33: Ja, ich finde das immer so witzig!
00:27:36: Ich bin immer ein Anhänger des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewesen.
00:27:40: Ich kann aber auch noch die Geschichten erzählen wie CDU-Ministerpräsidenten im Fernseherat angerufen haben dass bestimmte Leute nicht mehr moderieren sollen was früher immer von links skandalisiert wurde.
00:27:49: zu Recht ja.
00:27:51: also die Idee als das Problem ist doch wo immer Sie arbeiten da sie einen Medium auf einem fernen Planeten organisieren können, also man kann sich über Journalisten beim ZR Fernsehrad beschweren.
00:28:05: Man kann sich bei Journalisten und den Verlegern der süddeutschen Zeitung beschwerEN.
00:28:09: Selbst bei der TATZ kann man organisieren dass in der Genossenschaft jemand hundert Mehl schreibt.
00:28:14: dafür habe ich nicht die TATS abonniert!
00:28:17: Also Medien sind nie frei von Einflüssen.
00:28:20: das geht einfach nicht.
00:28:21: deshalb war immer meine Theorie es ist so aufzustellen öffentlich, rechtlich und privat und Genossenschaften.
00:28:27: Dass wir sozusagen viele von vielen Blickwinkeln haben.
00:28:30: aber wenn die Algorithmen so dominant werden dass das einzige ist was funktioniert weil es ist doch unsere Kinder gucken noch gar keinen öffentlich-rechtlichen.
00:28:39: also da kann man ja senden ohne Ende aber wird auch gar nicht rezipiert unter dreißig oder unsere Zeitung.
00:28:45: und das ist natürlich ein Problem.
00:28:46: nur ich gebe nicht vor eine Lösung zu wissen.
00:28:49: Also ich sehe es nicht ganz so schwarz, diesen Aspekt mit unseren Kindern und der Jugend.
00:28:54: Es ist schon so dass die natürlich auf anderen Wegen dann den öffentlich-rechtlichen Rundfunk konzipieren.
00:28:58: Aber eher aus Versehen oder?
00:29:00: Nee!
00:29:00: Nicht
00:29:01: aus Versehen auch ganz gezielt, weil natürlich Kinder mit einer guten Medienerziehung, mit einer gutem Bildung genau wissen was sind valide Quellen?
00:29:09: ja sie haben das ja auch gelernt und wenn wir gute Schulnahmen werden die das hoffentlich weiter lernen.
00:29:15: also die schauen dann Über Insta...
00:29:18: Hier regt sich Widerspruch zu dem, die haben das gelernt.
00:29:20: Insta
00:29:20: auch gute
00:29:21: Medien
00:29:22: wissen zu unterscheiden?
00:29:24: Nicht alle natürlich nicht!
00:29:25: Die Gefahr ist groß.
00:29:26: Die haben wir auch ausdrücklich benannt.
00:29:27: ich wollte jetzt nur gegen den absoluten Untergang der vernünftigen Medien gegen diese Rede hier jetzt noch was sagen.
00:29:35: also es sind weder die Zeitungen tot noch die öffentlich-rechtlichen Medien weil es genügend Menschen gibt die diese Qualität sehen und ja auch da wieder die Ungleichheit.
00:29:48: Es gibt die Gebildeten, die auch viel Geld für ein gutes Abo einer guten Zeitung ausgeben und es gibt die jungen Leute, die in solchen Haushalten groß werden und diese Medien wollen und auch fördern.
00:30:00: Und wir müssen viel dafür tun dass der Rest der Gemeinschaft lernt was gute Medien sind.
00:30:07: Herr Jung haben Sie Publikum unter dreißig?
00:30:12: Hauptsächlich!
00:30:13: Wir können auch analytisch sehen das ist ja Dank YouTube und Podcast, Analysetools.
00:30:21: Welche Kanälen noch abonniert werden?
00:30:23: Und das ist bei Jung oder Naiv tatsächlich viele öffentlich-rechtliche.
00:30:28: Also das muss ich schon sagen angefangen bei Tagesschau Clips und Mighty und alles Mögliche.
00:30:33: also Ich würde das gar nicht so schwarz sehen.
00:30:35: Ich würde... Roman Alexander hat dir die öffentlich- rechtlichen Machtstrukturen auch schon angesprochen.
00:30:40: Würde ich völlig unterschreiben.
00:30:41: Also Parteipolitik Regierung sollten raus aus dem Öffentlich Rechtlichen.
00:30:46: damit quasi beim ZDF, quasi auch ohne die Stimmen von CDU und SPD jemanden Chefredakteur oder Entendant werden kann.
00:30:54: Ansonsten ist es halt wichtig nicht nur soziale Medien in demokratisch und algorithmisch aufzustellen damit sie die amerikanischen und chinesischen ersetzen sondern dass wir auch davon rauskommen von dieser Art, unsere Aufmerksamkeit auszubeuten.
00:31:15: Robin hat es ja gerade schon angesprochen die sind so konzipiert durch die Algorithmen dass wir immer weiter scrollen das wird immer weiter dran bleiben damit sie uns natürlich Werbung verkaufen können.
00:31:25: damit verdienen Sie Geld.
00:31:26: aber auch dass unser aufmerksamkeiten nix woanders hingeht.
00:31:30: und wir müssen quasi in Zukunft soziale Medien weiter haben Das ist absolut richtig.
00:31:38: Aber sie auch dann so programmieren demokratisch damit unsere Aufmerksamkeit nicht komplett ausgebeutet wird, damit wir Zeit haben mal in uns zu gehen nachzudenken über die Angst, die wir vielleicht durch scrollen und so weiter bekommen haben.
00:31:55: Damit was zu machen und gegen Strategie Lösungswege aufzuzeigen und nicht in dieser Dauerberieselung bleiben.
00:32:03: Frau Mackwas, die Politik musste sich ja auch diesen Algorithmen stellen und wir haben das oft gelesen und mitbekommen dass es da den extremen Parteien deutlich leichter gelingt, diese Algorithmen zu bedienen aufgrund der Funktionsweise die sie auch gerade dargelegt haben.
00:32:18: Welche Antworten hat denn die Politik zum einen dieser Algorithme zu bedient aber auch ihren Herzen werden?
00:32:23: Können Sie da einmal ein Blick in Ihre frühere Berufszunft geben?
00:32:30: Es ist so bisschen Fluch und Segen zugleich.
00:32:33: Auf der einen Seite nutzen natürlich Politikerinnen und Politiker auch die sozialen Medien um sich zu positionieren, um Informationen zu geben.
00:32:43: Auch
00:32:44: selbst zu senden natürlich auch zu sagen man war da und hat sich dafür eingesetzt.
00:32:51: und dergleichen liegt vielleicht auch ein bisschen daran dass manche Berichterstattung Manchmal ein bisschen zu negativ ist und man will natürlich auch mal das positive herausstellen.
00:33:06: Gerade wenn man sich eingesetzt hat für ein Projekt in der Heimat, also auch auf lokaler Ebene gesagt hat hier, man hat ja vierter Gelder organisiert und dann steht irgendwas vernichtendes dazu in der Zeitung, wo du denkst na hallo es war doch irgendwie total schwierig an die Gelder zu kommen.
00:33:22: Dann nutzt du natürlich auch Social Media.
00:33:26: auf der anderen Seite sehe ich natürlich auch...
00:33:27: Aber Handelsherz, dass gucken viele Leute?
00:33:29: Also, dringen Sie damit durch?
00:33:31: Hat das eine Öffentlichkeit oder haben sie eine Chance gegen ... ich sag mal andere Botschaften.
00:33:37: Ich sehe immer so Videos von bemitleidenswertenden CDU-Menschen die dann hundert Klicks haben
00:33:42: und während der
00:33:43: anderen Zehntausende habe!
00:33:44: Ich meine
00:33:45: nicht Sie!
00:33:47: Das ist aber bei allen Parteien so.
00:33:49: Ich seh auch bei Grünen oder Linken und so weiter.
00:33:52: Die meisten Likes sind die...
00:33:53: Wie?!
00:33:53: Das
00:33:53: Format Yvonne Marquas verteilt Fördergeld ist kein Renner?
00:33:57: Nein.
00:33:58: Wer hätte das gedacht?
00:34:00: Nein,
00:34:01: also ich will aber mal noch einen anderen Punkt ansetzen.
00:34:06: Also und dann kann ich von, spreche ich von mir es macht jeder ein Stück weit anders.
00:34:11: das ist sozusagen meine Erfahrung.
00:34:14: sicherlich waren wir auch jetzt kann ich auch für die Union sagen da ein bisschen zu spät bei diesen Social Media Aktivitäten.
00:34:27: Aber es ist auch immer wichtig, das direkte Gespräch mit dem Bürger zu suchen und sich da eben auch die Formate sozusagen direkt
00:34:36: vor Ort
00:34:37: zu sein.
00:34:38: Und einfach auch neben dem dass man auf Social Media ist und da seine Story macht sozusagen die Bürgersprechstunde anbietet in den Bürgerdialog anbitet in die Unternehmen geht, in die Vereine geht und dort sozusagen sich den Diskussion stellt.
00:34:59: Und dann findet eben nicht immer die große Meldung nach außen statt.
00:35:07: aber die Diskussion vor Ort und die Leute haben das dann oft auch weiter erzählt sie haben es in der Familie erzählt da war die Abgeordnete da Sie haben das in der Belegschaft erzählt dass eine tun ohne das andere zu lassen will ich mal sagen also Klar müssen wir, muss Politik auch Social Media machen.
00:35:28: Aber ich glaube auch das direkte Gespräch mit den Menschen ist auch wichtig und vielleicht wird so wie wir hier manchmal diskutieren über Social-Media und Regulierung und der gleiche ist es vielleicht doch manchmal ganz gut wenn man uns mal wieder direkt unterhalten.
00:35:47: Ich würde gerne versuchen Verständnis dafür zu wecken was für ein zweischneidiges Schwert das ist.
00:35:53: Weil diese ganze Social-Kiste hat natürlich ein enormes demokratisierendes Element auch.
00:35:59: Gebt mal ein konkretes Beispiel, in der Endphase der Ampelregierung flog Rikada Lang und Omid Nuripur als grüne Parteivorsitzende raus.
00:36:08: Also Robert Habeck dachte wir brauchen Sündenböcke.
00:36:10: die sind jetzt weg vom Fenster Und Frau Lang war plötzlich nur noch kleiner Abgeordnete und vor zwanzig Jahren hätten sie lange nichts mehr von Frau Lang gehört.
00:36:21: die Medien hätten gesagt, sie hat nichts mehr zu sagen.
00:36:23: Die kommt nicht mehr vor!
00:36:24: Jetzt stellt ihr Zeug auf Social.
00:36:27: Es ist total interessant es ist witzig und die Leute sagen Boah, die ist ja ein Charakter, die hat interessante Beiträge Und als einfache Abgeordnete hat sie mindestens die Präsenz, die Sie vorher als Parteivorsitzender hatte Bemerkenswert.
00:36:43: Gleichzeitig aber dasselbe Phänomen.
00:36:45: von paar Jahren kamen die von der AfD und haben sich immer bei uns beschwert Ihr macht keine Interviews mit uns, ihr haltet uns unterm Teppich und ihr so.
00:36:54: Die kommen nicht mehr!
00:36:55: Weil die haben sich eine komplette Social Media Struktur aufgebaut um machen den ganzen Kram selber Und was wir machen ist völlig egal Aber es ist der gleiche Effekt Also das was man in einer Medienwissenschaft für Gatekeeper Funktion also dass Wir hier entscheiden konnten wen sie hören.
00:37:11: und wenn Sie nicht hören Ist vorbei ist kaputt ist technologisch zerbrochen kommt auch nicht wieder.
00:37:24: Das waren die Highlights aus dem Gespräch auf dem Sachsen-Sofa beim Würzburger Katholikentag zum Thema Angst macht Meinung.
00:37:31: Und jetzt seid ihr wieder gefragt, wo stimmt ihr einem der Gäste auf dem Möbelstück zu?
00:37:36: Was reizt euch hier zum Widerspruch?
00:37:38: Kommentiert gern auf Facebook oder Instagram oder schreibt uns unter lebendig-akademisch.de.
00:37:44: und wenn ihr Lust auf noch mehr spannende Debatten auf dem Saxensofa habt dann schaut gerne mal auf unsere Website saxensofa.de.
00:37:51: Dort findet ihr alle kommenden Termine
00:37:53: und
00:37:53: alle Aufzeichnungen der letzten Ausgaben kostenlos zum Nachschauen.
00:37:57: Und den Link findet ihr natürlich auch bei uns in den Shownotes, ebenfalls dort verlinkt haben wir für euch ein paar spannende Folgen aus unserem Podcast Archiv die auch um Journalismus-und Social Media kreisen.
00:38:12: an der heutigen Folge mitgearbeitet haben Emily Siegel, Jonathan Burger und ich Daniel Heinze.
00:38:17: Der evangelischen Akademie Sachsen gilt unser herzlicher Dank dass sie die Produktion unterstützt haben und das aus dem Sachsensofa auch eine kleine feine Podcastfolge werden konnte.
00:38:27: Vielen Dank fürs Zuhören, tschüss und bis zum nächsten
00:38:50: Mal.
Neuer Kommentar