Mental Health in der Politik: Wer macht's noch?
Shownotes
Mit dieser Folge kehrt unser Podcast aus der Sommerzeit zurück und auch im politisch-medialen Betrieb ist die parlamentarische Sommerpause passé. Doch bevor sich der politische Alltag wieder Bahn bricht, wollen wir unsere heutige Episode einem Thema widmen, das häufig zu kurz kommt, für das Gelingen unserer Demokratie und das Wohlergehen derjenigen, die darin politische Verantwortung tragen, jedoch nicht unterschätzt werden darf: Es geht um Mental Health, d.h. psychische Gesundheit in der Politik. Das betrifft nicht nur die Bundeshauptstadt Berlin, sondern auch Abgeordnete und Führungspersönlichkeiten auf anderer Ebene: vom Gemeinderat und der Bürgermeisterin bis hin ins Europaparlament.
Wie genau Politiker:innen dort mit der gesundheitlichen Belastung, die politisches Engagement teils mit sich bringt, umgehen, verrät eine Analyse, die vor wenigen Wochen im Verlag Herder erschienen ist. Die beiden Autorinnen Tannaz Falaknaz und Cécile Weidhofer kennen das System, das an seine Limits gerät, aus eigener Erfahrung. Gerade deshalb haben sie sich im Gespräch mit Mandatsträger:innen aller politischen Ebenen, Expert:innen und Menschen, die den Schritt aus der aktiven Politik bereits hinter sich haben, daran gemacht, einen Wegweiser für eine gesündere Zukunft zu entwickeln. Denn wenn Burnout, Stress und die psychische Belastung von Politiker:innen ein Tabuthema bleiben, hat dies Folgen für unsere Demokratie. Wenn sich immer mehr Politiker:innen aus dem Tagesgeschäft zurückziehen, dann stellt sich die Frage, wer sich überhaupt noch engagiert – und wer bleibt.
Tannaz Falaknaz ist Trainerin und Moderatorin für Diversity und Frauen in der Politik. Zu ihren Schwerpunkten zählen parteiinterne Strategien zur Gewinnung von Frauen für die Kommunalpolitik. Sie war fünf Jahre lang kommunale Mandatsträgerin für die SPD in Berlin-Pankow und darüber hinaus viele Jahre parteipolitisch aktiv.
Cécile Weidhofer ist Director bei der EAF Berlin und arbeitet seit vielen Jahren zum Thema Gleichstellung in Politik und Verwaltung. Zuvor war sie kommunal- und parteipolitisch für die FDP in Mecklenburg-Vorpommern aktiv.
Hinweise:
- Unter allen Hörer:innen der Podcast-Folge verlost die Katholische Akademie fünf Exemplare des Buchs „Wer macht’s noch?“. Alle Informationen zu den Teilnahmebedingungen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Teilnahmeschluss ist der 16. September 2026. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
- Das Buch „Wer macht’s noch? Warum wir über Mental Health in der Politik reden müssen“ ist 2026 im Verlag Herder erschienen.
- Hier ist das frisch erschienene Veranstaltungsprogramm der Katholischen Akademie](https://www.katholische-akademie-dresden.de/service/programmhefte)) zu finden - im Dresdner Kathedralforum ebenfalls mit einem Themenschwerpunkt zu Mental Health. Die Reihe "Gut. Und dir?" startet am 11. November 2026.
Redaktion: Jonatan Burger, Emily Siegel Intro/Outro, Schnitt und Produktion: Daniel Heinze
Transkript anzeigen
00:00:00: Niemand möchte von müden Chirurginnen operiert werden.
00:00:03: Das ist auch unser allerrecht, wenn jetzt jemand fragen würde, würden sie der Operation zustimmen?
00:00:08: Der Arzt hat keine Stunde geschlafen die Ärzte dann auch nicht.
00:00:12: soll es trotzdem stattfinden?
00:00:13: würden wir alle nein sagen?
00:00:15: und warum ist es uns dann egal wie politische Mandatsträgerin durch ihre Arbeit kommen?
00:00:24: Mit Herz und Haltung debatten Positionen Hintergründe zu den Fragen unserer Zeit.
00:00:34: Wer macht's noch Warum wir über Mental Health in der Politik reden müssen.
00:00:38: Ein Gespräch mit den Autoren Tannas Falaknas und Cecil Weithofer.
00:00:46: Ihr seid goldrichtig bei Mit Herz und Haltung, dem Podcast der katholischen Akademie des Bistumsträsten Meißen.
00:00:51: mein Name ist Daniel Heinze Und mit dieser Folge melden wir uns offiziell zurück aus unserer Sommerpause.
00:00:57: Auch im politisch medialen Betrieb ist der Sommer so langsam durch spätestens mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag.
00:01:05: Doch bevor sich der Alltag wieder Bahn bricht und ein politisches Aufregerthema das nächste jagt, wollen wir uns hier und heute einem Thema widmen, dass häufig zu kurz kommt.
00:01:14: Das aber extrem wichtig ist für das Gelingen unserer Demokratie – und für das Wohlergehen derjenigen die darin politische Verantwortung tragen!
00:01:21: Es geht heute um Mental Health, also psychische Gesundheit in der Politik.
00:01:26: Und das nicht nur im engeren Sinn für die Bundeshauptstadt Berlin sondern auch für Abgeordnete oder Führungspersönlichkeiten auf anderer Ebene vom Gemeinderat und der Bürgermeisterin bis hin ins Europaparlament.
00:01:38: Wie genau Politikerinnen und Politiker dort umgehen mit der gesundheitlichen Belastung, die politisches Engagement teils mit sich bringt?
00:01:44: Das verrät eine ehrliche und schonungslose Analyse.
00:01:47: Die vor wenigen Wochen im Verlag Herder erschienen es!
00:01:50: Die beiden Autorinnen Tannas Fallack-Nass und Cecil Weithofer kennen das System, das an seine Limitsgeräte aus eigener Erfahrung.
00:01:57: Und sie haben sich gerade deshalb daran gemacht einen Wegweiser für eine gesündere Zukunft zu entwickeln.
00:02:02: Dafür haben sie mit Menschen gesprochen, die auf allen politischen Ebenen Mandate innehaben.
00:02:06: Dazu mit Fachleuten und mit Menschen, die den Schritt aus der aktiven Politik bereits hinter sich haben.
00:02:12: Denn wenn Burnout Stress oder die psychische Belastung von politisch-aktiven Tabuthemen bleiben dann hat das Folgen für unsere Demokratie.
00:02:19: Wenn sich immer mehr Politiker und Politikerinnen aus dem Tagesgeschäft zurückziehen stellt sich die Frage wer sich überhaupt noch engagiert?
00:02:26: Und wer bleibt.
00:02:27: Tanas Fallak-Nass ist Trainerin und Moderatorin für Diversity und Frauen in der Politik.
00:02:32: Zu ihren Schwerpunkten zählen parteiinterne Strategien zur Gewinnung von Frauen für die Kommunalpolitik, sie war fünf Jahre lang kommunale Mandatstreigerin.
00:02:44: Cecil Weithofer ist Director bei der EAF, der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft.
00:02:49: In Berlin einer unabhängigen gemeinnützigen Forschungsorganisation für Chancengleichheit, Diversity und moderne Führung.
00:02:56: Und Cecil weithover arbeitet seit vielen Jahren zum Thema Gleichstellung im Politik- und Verwaltung.
00:03:00: Zuvor war sie kommunal und parteipolitisch für die FDP in Mecklenburg-Vorpommern aktiv.
00:03:05: Ihr gemeinsames Buch, Wer macht's noch?
00:03:07: Warum wir über Mental Health in der Politik reden müssen ist im Herrder-Verlag.
00:03:12: Frau Falaknass, Frau Weithofer herzlich willkommen bei mit Herz und Haltung.
00:03:16: Vielen Dank für die Einladung.
00:03:18: Schön dass Sie da sein dürfen.
00:03:26: Politikerinnen und Politiker begegnen uns zumeist in ihrer Rolle und in ihrer Funktion als Verantwortungsträger also aus einer gewissen Distanz heraus.
00:03:33: Was dürfte uns Außenstehende, die Politik eher nur aus den Medien kennen wohl am meisten überraschen?
00:03:38: Wenn wir wüssten wie Politik ganz praktisch im Alltag und von innen betrachtet funktioniert.
00:03:43: Ich würde vielleicht mit einer Anekdote anfangen.
00:03:47: vor zehn Jahren war ich ja spitzen kann.
00:03:49: Dadin für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und hab einfach einen Plakat unter dem Arm gehabt und ich wollte meine Plakate aufhängen.
00:03:59: kommt jemand vorbei und beobachtet mich, das Plakat merkt also dieselbe Person.
00:04:04: Und fragt total verblüfft wie haben sie kein Team der das für sich machen kann?
00:04:10: Nein!
00:04:11: Also es läuft unglaublich viel ehrenamtlich ja in putzenden Strukturen.
00:04:16: aber diese Vorstellung dass Parteien meine große Maschinerie haben und Leute haben die Flyern die Plakate aufhängen Das ist vielleicht eine andere Seite der Geschichte die man nicht kennt.
00:04:26: Frau Fallak-Nass, Sie haben genickt.
00:04:28: Es geht Ihnen wahrscheinlich ähnlich wie das was Frau Weidhofer gerade gesagt hat oder?
00:04:31: Ja genau ich habe die gerade zugehört, so viel das hat mich auch ein Stück weit daran erinnert.
00:04:36: Wie wenig wir doch wissen zwischen der Trennung Hauptamtlichkeit Ehrenamtlichkeit.
00:04:40: meine ersten Berührungspunkte in der Politik waren zur Schulzeit im Münster und ich sollte einen Referat halten in der Schule wo die Parteiprogramme damals für die Kommunalwahl vorgestellt worden sind und Ich hab dann unter anderem mein SPD Büro aufgesucht.
00:04:55: damals als Schülerin bin rein, habe dort fünf, sechs Leute sitzen sehen und dachte das sind alles Prominente die nur ich nicht kenne.
00:05:03: Die wirklich auch sehr viel Geld verdienen wie es ja auch in den Medien oft noch mal deutlich oder zumindest suggeriert wird.
00:05:10: Ich bin rein in diese Sitzung, bin ganz schnell wieder raus und bloß auch niemanden zu stören.
00:05:15: Und heute natürlich als politisch aktiver denknah Mensch mit Einblicken weiß ich Das war eine Ortsvereinsetzung wo eben Ehrenamtliche neben der Kehrarbeit die sie sonst zu erledigen haben, nehmen die ihren anderen beruflichen Verpflichtungen einfach viel Zeit verbringen um eben ihr Leben vor der Haustür besserzumachen.
00:05:33: Und das sind oft Momente wo ich glaube dass uns Einblicke fehlen wie Politik eigentlich funktioniert und wie viele Menschen und da sind ja die Mehrzahl der Menschen Politik doch unengeldlich auch machen weil sie eben für eine Sache brennen und ein Thema voran bringen wollen.
00:05:49: Mental Health als Thema, so ganz grundsätzlich also der offene Umgang mit psychischen Erkrankungen und die eigene psychische Gesundheit.
00:05:56: Das waren ja lange in unserer Gesellschaft Themen über die nicht viel geredet wurde oder die so ein bisschen weggedrückt wurden oder am Rand standen.
00:06:02: Über zu langer Arbeitstage unter hoher Arbeitsverdichtung hört man andererseits auch natürlich aus anderen Branchen.
00:06:07: Worin besteht Ihrer Meinung nach besonders die Herausforderung wenn wir über Mental Health in der Politik sprechen?
00:06:13: Oder anders gefragt was hat sie denn bewogen dazu jetzt im Buch zu schreiben und das mal genau unter die Lupe zu nehmen?
00:06:17: Frau Fallechnass
00:06:19: Ich glaube, einer unserer Grundmotivationen... war eben deutlich zu machen, dass das ein hochgesellschaftspolitisches Thema ist und ein Thema was uns wirklich alle betrifft.
00:06:30: Ja?
00:06:31: Und da waren wir uns eine Auseinandersetzung im Buch auch einig.
00:06:34: natürlich gibt es andere Bereiche auch wo Menschen vom Burnout betroffen sind eben auch an ihre Grenzungen kommen.
00:06:40: hier nochmal Stichwort Pflege pflegekräfte Menschen aus dem Medizinbereich auch noch mal stark hervorgehoben Alleinerziehende Eltern die nehmen all dem was sie sonst so bewältigen haben auch drei Jobs zeitgleich wuppen müssen.
00:06:55: Aber jetzt kommt das große aber, in der Politik werden Entscheidungen getroffen die uns alle angehen.
00:07:02: Niemand möchte, so haben wir es auch im Buch gesagt von müden Chirurginnen operiert werden.
00:07:06: das ist doch unser aller Recht.
00:07:07: wenn jetzt jemand fragen würde, würden sie der Operation zustimmen?
00:07:11: Der Arzt hat keine Stunde geschlafen die Ärzte dann auch nicht.
00:07:15: soll er's trotzdem stattfinden, würden wir alle nein sagen.
00:07:18: und warum ist es uns dann egal wie politische Mandatsträgerin durch ihre Arbeit kommen?
00:07:23: vielleicht nicht egal aber warum ist dass nicht allzu sehr sichtbar?
00:07:27: und da haben wir eben die Auffassung Gesundheit in der Politik sprechen müssen, weil die Entscheidungen, die dort getroffen werden unser Leben betreffen und alle betreffend.
00:07:38: Und es daher ein hoch kollektives Thema
00:07:42: ist.".
00:07:57: Welche Perspektive einfach fehlen?
00:07:58: Ja, wenn Menschen sich zurückziehen weil sie einfach nicht mehr können.
00:08:02: Nicht weil sie nicht mehr wollen sondern weil sie nichts mehr können und das können wir uns überhaupt nicht leisten.
00:08:07: heutzutage ja dass wir auf Potenzial auf Perspektiven verzichten.
00:08:11: Ich nehme auch generell so ein ganz verzerrtes Bild von Politikwarn.
00:08:15: So dieses, die da oben ding geht ja wirklich schon wie es eingangs gesagt hat bei der Bürgermeisterin los oder so nach dem Motto Die macht ja nur ihre eigenen Interessen und die macht sich die Taschen voll.
00:08:23: und ich glaube auch gegen diese unangenehme Grundstimmung anzukommen ist für sie eine Schwierigkeit
00:08:28: Absolut.
00:08:29: Und deswegen war es uns auch ein Buch ja auch so wichtig, nicht nur prominente Vertreterinnen Rikada Lang, Heidi Reichenegg Peter Tauber Michael Roth und so weiter zu Wort kommen zu lassen, sondern auch wirklich immer wieder den Blick auf die kommunale Ebene zu lenken.
00:08:45: Denn dort... Entscheinen sich Menschen, Parteimitgieder zu werden.
00:08:49: In der Basis, wenn die Basis nicht stimmt und da schon die Frage wer macht es noch im Raum steht – und sie steht in vielen, vielen Gemeinden derzeit wirklich im Raum – dann haben wir auf hoher Ebene irgendwann mal ein Problem.
00:09:01: Es wird sich wahrscheinlich zu dem Entschluss auch gekommen... Immer sechshundert, siebenhundert Leute melden die sagen ich habe Lust auf Bundestag.
00:09:09: Das ist gar nicht unser Problem.
00:09:10: aber wer sind diese Leute?
00:09:12: Die sich dann melden?
00:09:12: unser Ziel sollte doch sein im vornherein so viel Vielfalt auch zu ermöglichen.
00:09:17: So viele verschiedene Sichtweisen eben auch von Menschen die nicht immer als sehr stark durchsetzungsfähig deklariert werden dass wir denen auch den Einstieg ermöglichend damit der Aufstieg gelingen kann.
00:09:28: und da sehen wir jetzt schon Kommunen die Bürgermeister innen stellen ausschreiben müssen Da sehen wir jetzt schon Parteien, die sagen, wir schaffen es nicht unsere Vorstände eben auch zu besetzen.
00:09:40: Und das ist tatsächlich etwas was uns Sorge
00:09:42: bereitet.".
00:09:44: Sie bezeichnen ja das ganze Thema sehr treffend als demokratische Infrastrukturfrage.
00:09:48: Das heißt also wenn wir nicht auf Mental Health achten in der Politik dann wird uns irgendwann das Personal nicht nur abhandengehen sondern auch die ganze demokratische Infrastruktur wackeln.
00:09:57: Ja definitiv, ja so wie betrafen diese drei Ebenen im Buch.
00:10:01: So ganz das was auch der Nass vorher gesagt hat.
00:10:04: also die diese Dauerstress Schlafmangel Das macht etwas mit uns.
00:10:09: Also wir wissen dass es wissenschaftlich belegt Dass wir schlechter Entscheidungen treffen weil wir anders urteilen Weil wir reizbarer sind weil wir nicht mehr empathisch sind, weil wir nicht mehr abwägen können.
00:10:22: und das ist aber genau das was mit der Politik braucht.
00:10:24: Man braucht Kompromisse man muss in der Lage sein sich in anderen Menschen zu versetzen und dass die Entscheidungen die die Menschen treffen werden schlechter für uns alle als Gesellschaft.
00:10:34: dann als zweiter Ebene bleibt immer diese Frage na gut Wer macht das noch?
00:10:39: Nur die harten, ja.
00:10:41: Die harten kommen in den Garten.
00:10:42: Das sind immer die Sprüche, die man immer wieder hört.
00:10:44: Ja du brauchst ein dickes Fell!
00:10:46: Du brauchst also wer ist eine Grundvoraussetzung um überhaupt weiterzukommen in der Politik.
00:10:53: Das heißt, da schlägt so viele Menschen aus, die so nicht sind oder sie so sein können vielleicht weil sie auch chronische Krankheiten haben oder wie auch immer und am Ende weg.
00:11:02: Was hat das über unsere Institutionen aus, wenn nur diese bestimmten Menschen vertreten sind oder wenn ein Schwachwert ist gar keine Menschen gibt die das machen.
00:11:10: Also deswegen ist es eine sehr starke Auswirkung auf unsere Gesellschaft und unserer Demokratie wie ja wie Politik einen sich auch fühlen also und wie sie auch körperlich und sehentlich durch den Tag gehen.
00:11:24: Vielleicht auch noch mal für die Zuhörerinnen, um das eben auch nochmal einzugrenzen.
00:11:29: Das Durchschnittsalter bei der SPD und bei der CDU CSU liegt bei sechzig-ein-sechzig Jahren.
00:11:34: Das sind glaube ich auch nochmal Zahlen, die einen auch nochmal vor Augen führen – auch Parteien wären älter!
00:11:38: Vielleicht haben wir jetzt noch das Privileg dass wir auf unterschiedlichen Ebenen eben Mandatsträger innen haben.
00:11:44: aber zwanzig Jahre nach vorne gedacht wird es tatsächlich dann auch für uns alle schwieriger und egal in welcher Partei wir sind, ist das hier?
00:11:51: Wir sind ja eh schon eine soziale die inhaltlich vielleicht in einigen Fragen nicht überall Übereinstimmung hat.
00:11:58: Aber wir sind uns einig als Demokratinnen, dass wir wollen, dass demokratische Parteien eine Zukunft haben und das es auch in zwanzig Jahren Menschen gibt, die genauso viel eintreten wie es eben Austritte durch Tod oder durch Wegzug oder eben durch Mandatsniederlegung oder auch Mitgliedschafts-Niederlegungen gibt.
00:12:17: Und das ist gerade derzeit noch nicht ganz im Relation.
00:12:22: Also dieses Aspekt, also warum sind uns die Parteien auch so wichtig?
00:12:25: Die demokratischen Parteien.
00:12:28: Wobei wir natürlich auch aussehen auf kommunale Ebene und auch das ist in Sachsen noch der Fall.
00:12:32: Es gibt immer mehr parteiloser in Reden.
00:12:35: Man muss nicht unbedingt parteimäglich sein um überhaupt ein Kommunalismus dazu haben aber dann in den Landtagen im Bundestag da wo Gesetze verabschiedet werden, Parteimitglieder.
00:12:48: Und deswegen ist es uns wichtig, aktuell sind parteimitlich das Rückgrat der Demokratie und das wenigstens Aspekt auch sehr wichtig wobei Engagement natürlich auch sehr breit gedacht und wertgeschätzt werden sollte.
00:12:59: Lassen Sie uns mal drüber sprechen wie das konkret gelingen kann mit dieser Zukunft?
00:13:02: Ein Satz aus Ihrem Buch ist Politik kann krank machen muss es aber nicht.
00:13:06: Welche präventiven Maßnahmen wären denn nötig damit es nicht zu Erkrankungen kommt?
00:13:10: einerseits Welche Verantwortung tragen einzelne für sich und für die eigene Balance zwischen Amts- und Privatleben?
00:13:16: Und andererseits, welche Veränderungen wären nötig auf der Ebene des Systemspolitik.
00:13:21: Frau Weidhofer!
00:13:22: Ja es ist mir nicht immer die Frage wer es schuld hat diese Misere ja so und zu oft höre ich dass Menschen besser auf sich achten sollten.
00:13:35: Ja das sind ja auch noch wichtig.
00:13:36: jetzt ist wichtig Politiker ihnen dachendenken, sie zu bewegen sich gesungen zu ernähren.
00:13:41: Ja also kein Thema das ist für alle Menschen wichtig aber dass dadurch Schippen wir dann ein bisschen die Verantwortung weg ab, die auf die einzelnen Menschen und verliert aus den Augen welche Rolleparteien spielen.
00:13:55: Ja?
00:13:55: Wenn Sie einfach kein Onboarding machen, wenn sie brauchen einen Menschen, die kandidieren, dann werden sie gewählt, dann wären sie total alleine gelassen.
00:14:02: Und wenn wir auch gucken was im Landtag entpasst in dem Bundestag da sind Menschen, von heute auf morgen Führungskräfte werden ja, die auch einmal ein Team zu wuppen haben und jetzt aber nicht unbedingt gelernt haben.
00:14:13: also Thema Coaching, onboarding... Vielleicht
00:14:15: ganz kurz das Thema onboarding dass das Wort mal kurz erklären.
00:14:18: Onboarding bedeutet also die Leute, die neu dazukommen, dass man denen auch wirklich so viel Handwerkszeug mitgibt, dass sie befähigt sind dann arbeiten zu können?
00:14:26: Genau!
00:14:26: Dass man erklärt wie läuft das überhaupt?
00:14:28: Na was ja eine Sitzung?
00:14:29: Wie stellt man Anträge und wenn man Glück hat ist man vielleicht in einer Fraktion, da man wird gewählt, man ist ja eine Fraktion und man hat Ansprechpartnerinnen aber es nicht mehr der Fall.
00:14:40: Und dann merken wir auch nach Gruppen, Männerfrauen.
00:14:44: Aber das ist manchmal auch schwierig, Fragen zu stellen.
00:14:47: Ich habe es nicht verstanden, kann mir das jemand erklären?
00:14:49: Das ist eine große Helmenschwelle und wenn da schon anders organisiert ist, weil zum Beispiel die Kommune oder die Fraktionen dafür immer für alle etwas anbieten, dass nämlich das was man wissen muss um überhaupt die ersten hundert Tage so gut zu überstehen, das ist sehr wichtig.
00:15:08: Das kommt eigentlich zu kurz, es gibt kein Onboarding.
00:15:11: Ich würde vielleicht auch nochmal ergänzen und auch die Parteien hier wieder in die Pflicht nehmen wenn's um Sitzungskulturen und Debattenkulturen beispielsweise geht.
00:15:20: also wir sprechen hier von enlang Sitzungen die vielleicht an einiger Stelle nicht notwendig sind Tagesordnungspunkte die sich wirklich bis mitten in die Nacht ziehen was auch vielen Ja, was auch viele daran hindert, partizipieren zu können an dieser Stelle.
00:15:35: Ich glaube da würde ich tatsächlich auch ansetzen.
00:15:38: Ich würde ansetzen bei der Frage hat man vielleicht auch ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit?
00:15:42: Das ist ja auch nochmal Zeit als Machtfaktor das auch noch mal kritisch in den Blick zu nehmen.
00:15:49: Auch mein Sonntag frei zu haben überhaupt auch Zeit zu haben und auch eine Gesellschaft die nicht voraussetzt dass man jetzt auch in Zeiten von Social Media ständig erreichbar ist und ständig zu allem auch seine Meinung sagt.
00:16:01: und hier kommt an dieser Stelle auch eine gesetzliche, gesellschaftliche Ebene hinzu wenn es um Hass und Hetze geht.
00:16:07: Also auch da sind wir alle natürlich gefordert genau im Umgang miteinander aufzupassen was gesagt wird wie es gesagt wird und auch da Pressekonzerne, wie auch immer hier gefragt klare Grenzen zu setzen.
00:16:21: Das Menschen die das im Ehrenamt machen dann abends auf dem Sofa sitzen nicht noch erst vierhundert fünf von der Tastkommentare sortieren und einordnen müssen.
00:16:29: Und da kommen wir wieder zur kommunalen Ebene.
00:16:31: Da hat man eben kein Team was im Notfall ihm selektieren kann und wo man das Ganze abgeben kann.
00:16:36: Dann nimmt man im Grunde das mit nach Hause.
00:16:39: Das Thema Medien und Social Media werden wir auf alle Fälle gleich nochmal ein bisschen ausführlicher besprechen.
00:16:43: Ich würde gerne noch einen Gedanken äußern zu dem, was Sie gerade gesagt haben mit dem Kommunalen – ich kenne das aus meiner Kindheit.
00:16:47: Kurz nach der friedlichen Revolution waren ganz viele im katholischen Umfeld in Sachsen plötzlich eine politische Verantwortung im kommunalen.
00:16:54: Plötzlich war mein Papa Stadtrat so und die Sitzungen gingen ellenlang und wenn dann auch in der Gemeinde und Engagement sind, dann sind die Wochentagsabende irgendwann alle durch und das war für die Familie schon auch ne Frage wie gehen wir damit um?
00:17:06: Dass Papa irgendwie erst hier bei der CDU-Fraktion ist im Stadtrat, dann ist er im Fahrgemeinderat.
00:17:11: Und ganz oft waren es auch gerade so die kommunalen Sachen, die richtig lang gedauert haben und die die auch am meisten Nerven gekostet haben weil's einfach... Es ging ja auch um was!
00:17:19: Es ging darum diese Stadt irgendwie in die Gänge zu kriegen und ich habe den Eindruck dass zumal damals die Leute sich da in die Pflicht haben nehmen lassen sehr allein gelassen wurden mit dem Thema wie geht das in der Familie?
00:17:30: Wie geht das mit mir selber?
00:17:31: und wie geht es psychisch
00:17:32: Absolut.
00:17:33: Und ich glaube, das beobachten wir heute noch vielleicht durch Social Media nochmal stärkere Ausmaße was eben die direkte Erreichbarkeit und Hass und Hetze auch angeht.
00:17:42: Die Personen in den Bücher oder im Buch mit denen wir gesprochen haben, die auch Kinder hatten berichten eben auch wie es ist nicht nur für sich Entscheidungen zu treffen.
00:17:51: wenn ich irgendwie entscheide zu kandidieren entscheidigt das für eine ganze Familie.
00:17:55: und jemand hat doch gesagt so ja vielleicht kann ich hier im Rathaus Entscheidung treffen aber zu Hause springen drei Enkelkinder herum Oder Menschen, die bewusst oder nicht kandidiert haben weil sie Angst um ihre Familie hatten.
00:18:08: Und das ist eben eine neue Ausgangslage, die uns echt zu denken geben müsste wenn es darum geht wie gestalten wir eigentlich die Politik von morgen?
00:18:19: Danke für diesen wichtigen Beitrag.
00:18:21: und das wird so unterschätzt.
00:18:24: ja was Engagement mit dem eigenen Umfeld ob Familie oder auch Freund auch macht.
00:18:31: Man ist überhaupt nicht vorbereitet und man verzichtet auf so viel, das ist alles so selbstverständlich.
00:18:37: Das kennen wir in dem Buch zwar nicht so betont aber wie viele Scheidungen oder Trennungen es gibt doch aufgrund des politisches Engagementes weil es ist einfach zu viel und wenn man selbst vielleicht als Partnerin nicht unterwegs ist in solchen Parteienstrukturen Das ist wirklich sehr fremd und das ist natürlich eine zusätzliche Belastung.
00:19:00: Und das macht es noch schwieriger für Menschen, die zum Beispiel sagen würden wir mir das Thema mal präventive Maßnahmen sagen, hey, das ist mir gerade zu viel.
00:19:08: Mir geht's nicht gut!
00:19:09: Dann hören sie ja dann hör du da auf dass das so selbst entschieden.
00:19:12: So leichtes aber nicht.
00:19:13: Es sind Menschen die ein Vaters machen weil sie was bewegen wollen, weil sie etwas verändern wollen.
00:19:17: Weil sie jetzt tun müssen ungefähr nur zu... Sie sich aber sehr einsam fühlen, weil sie diese Last manchmal nicht teilen können.
00:19:24: Das ist das Thema Unterstützung, Wertschätzung, Sichtbarkeit für das Thema so wichtig.
00:19:30: Weil es gibt ja oft Menschen die sehr einsamm sind, obwohl sie unter anderen Menschen sind.
00:19:37: Welche Modelle braucht es denn damit Politik und Engagement oder Politik nicht zu einem Privileg wird?
00:19:42: Für die, die sich's halt leisten können also dass das eben dann doch klappt mit der Familie parallel vielleicht mit einem Angehörigen der oder die gepflegt werden muss.
00:19:49: Gibt es da Modelle, gibt es da Grundprinzipien die Sie empfehlen können damit das besser gelingt?
00:19:54: Ja also allgemein geht es vielleicht darum die Aufgaben besser zu verteilen ist.
00:19:59: beginnt zum Beispiel mit Vertretungsregelungen.
00:20:03: Dass man da Wege findet, dass haben wir gerade die große Diskussion im Europaparlament gewesen hier, dass Frauen, die ein Kind bekommen haben trotzdem abstimmen können und nicht immer nach Brüssel fliegen müssen um abzustimmen was es halt absurd ist heutzutage.
00:20:20: und wenn sie das aber nicht tun dann... geht die Stimme verloren, was auch manchmal auch schwierig sein kann wenn die mehr Halsferlisse so knapp sind.
00:20:27: Also da Vertretungsregelung mehr Hybridesitzungen doppelspitzen ermöglichen und allgeh.
00:20:33: mal noch hinterfragen wie Wie sinnvoll sind die Zungen, die wir gerade durchführen?
00:20:39: Ja also das beschreiben wir auch im Buch auch ausführlich.
00:20:42: Muss alles so laufen?
00:20:44: müssen sie so lange sein?
00:20:45: warum trifft man sich was ist das Ergebnis?
00:20:47: kann man einfach ganz andere Methoden ausprobieren und dass es das sehen wie aus der Wirtschaft da ist man so erfündelig weil man merkt hier brauchen wir Nachwuchs hier müssen wir unsere Leute fit halten oder in anderen Bereichen der Gesellschaft.
00:20:59: aber in der Politik bleibt er so stark.
00:21:01: Aber Ideen geben sehr viel.
00:21:03: aber wir müssen welche Struktur Die Strukturen müssen sich an die Menschen anpassen und nicht alles rum.
00:21:09: Das ist momentan eher der Fall.
00:21:10: Prävention kann Risiken schmerlern, das haben wir gerade auch gut rausgearbeitet, dass man es von Anfang an ja eigentlich anders angehen könnte und vor allen Dingen auch in Bewusstseinschaft um dann eben dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht in die Probleme kommen, die sie auch viel beschrieben haben.
00:21:24: Aber wie sieht Ihre Beobachtung nach gegenwärtigter Umgang mit denen aus den das nicht gelingt?
00:21:29: Die also tatsächlich in einer psychischen Schieflage-Problemlage sind gehen wir um mit Menschen, die politisch aktiv sind und psychisch erkranken.
00:21:39: Und was müsste sich da ändern?
00:21:41: Ich glaube, ein Punkt ist auch der Umgang in den Parteien miteinander.
00:21:45: Dass wir da auch mehr Achtsamkeit haben und dass wir sehen wenn es Leuten immer schlechter geht das wir nicht nur Beobachterinnen der mentalen oder körperlichen Gesundheit anderer sind sondern tatsächlich auch Teil davon.
00:21:58: Das könnte sein, dass Parteien oder Fraktionen eben auch Beauftragte haben oder Personal haben was vielleicht medizinisch geschult ist wo man eben auch im Laufe der Erkrankung hoffentlich auch nicht zu spät und sich Hilfe holen kann.
00:22:13: Das kann bedeuten, dass wir besser... miteinander sind, ob es jetzt irgendwie eine ehrenamtliche Ebene ist oder vielleicht im Bundestag.
00:22:20: Dass dieser Dreiklang Freunde feinde Parteifreunde nicht mehr zu stark gilt und nicht fraktionsübergreifend auch genutzt und gelebt wird.
00:22:31: Das können Aspekte sein aber auch Fragen wie geht's dir?
00:22:36: Und da waren Sissi und ich ja immer wieder so überrascht wenn wir das am Anfang unserer Interviews gefragt haben dass die meisten Politiker in erst mal Irritiert waren von der Frage, dass jemand auch mal... ehrlich wissen will, wie geht's Ihnen heute eigentlich?
00:22:50: Und ich glaube da verlassen wir vielleicht auch Politik.
00:22:53: Das können wir genauso auf andere Bereiche der Gesellschaft anwenden.
00:22:56: wenn Menschen krank sind dann müssen sie ein System nicht zwanzläufig verlassen sondern wir müssen als Gemeinschaft einen Weg finden wie wir diese Menschen trotzdem weiter integrieren können Wie wir es ihnen ermöglichen können auch weiter zu arbeiten und das ist hier beispielsweise mit der Vertreterregelung eben ein Weg genannt wie es möglich sein sollte.
00:23:16: gebrochen habe, muss ich auch nicht mein Mandat niederlegen.
00:23:18: Und wenn ich eine Depression erkranke ebenfalls nicht und da gibt es sicherlich genug Ansätze die man miteinander innovativ diskutieren kann dass der Wiedereinstieg gelingen kann oder es gelenken kann weiterhin dabei zu sein.
00:23:30: Ja und das wie auch Willi Reichs oder dass die Politiker ihnen noch sie müssen sich auch mutig sein ja um Reichshalte zu sagen Das geht gerade nicht mehr und nicht einfach.
00:23:41: erst wenn er so spät ist dann ich höre auf Ich trete zurück.
00:23:45: Das ist gut, dass man es erwähnt.
00:23:46: Aber das ist fast zu spät und wir waren jetzt im Juli für eine Lesung im Landtag in Düsseldorf und da haben wir mit zwei Landtagsabkunden gesprochen an Klokke und Jan Matshol die selbst diese Erfahrung gemacht haben, die selbst während ihrer Amtszeit pausieren mussten um das auch sehr öffentlich gemacht haben.
00:24:07: Und das ist so wichtig, dass es immer mehr Menschen gibt, die sagt ich erkläre warum ich gerade nicht da bin.
00:24:12: ja Ich glaube, es ist doch im Buch, dass Peter Tauber Ihnen sagt, das Orphaneit ist kein Ruf nach Mitleid.
00:24:20: Es ist einfach eigentlich ein Weg um überhaupt handlungsfähig zu bleiben.
00:24:24: aber dafür brauchen sie auch unsere Rütterschützung der Bürgereinnahende eben nicht Urteilen, sondern das auch unterstützen.
00:24:30: Da merkt man immer was wir am Anfang gesprochen haben die da oben, die da unten.
00:24:35: Was für ein Bild haben wir von PolitikernInnen?
00:24:37: Was erwartet man?
00:24:38: und man erwartet sehr viel von PolitikerInnen.
00:24:41: Die müssen wie so funktionieren jeden Tag jede Minute.
00:24:45: Und das glaube ich muss man auch wirklich hinterfragen.
00:24:48: Aber das sind so unumgewöhnliches Hinterpartei intern ja dass man nicht mehr das Gefühl hat wer das nicht kann ist dem Amt nicht gewachsen und dann sieht es aber nicht.
00:24:57: Ich seh da aber wirklich auch auf Seiten der Wählerinnen und Wähler ein Konfliktpunkt, den wir nicht aufgelöst kriegen.
00:25:03: Weil gerade ist ja sehr populär dieser Schrei nach oder dieser Rufnach.
00:25:07: die Politik muss sich bewegen.
00:25:08: Die muss endlich mal liefern das muss schnell gehen.
00:25:09: Das muss jetzt endlich mal Entscheidungen her.
00:25:11: Und das ist glaube ich das Gegenteil von Handelkompromisse aus.
00:25:15: findet gute Lösungen lasst euch die Zeit die ihr braucht und nehmt euch auch mal zurück.
00:25:18: also diese beiden Tempi gehen doch nicht zusammen oder?
00:25:23: Aber vielleicht Löst sich das nicht gegenseitig auf, vielleicht bedingt sich das unmittelbar.
00:25:28: Weil wenn ich auf Sitzung verzichte, die ich eigentlich als Nicht-Notwendige achte habe ich im Umkehrschluss mehr Zeit um mich in meiner eigentlichen Themen einzuarbeiten.
00:25:39: also wenn wir anfangen würden nicht aus jeder Feierlichkeit zu sein, wo eben etwas eingeweiht wird.
00:25:47: Wo man gesehen werden muss oder irgendwie im Gespräch sein muss.
00:25:51: und wir wissen in der Politik ist es leider so dass man neben der eigentlichen Parteiarbeit viel Zeit immer das Thema zum Netz werken.
00:25:58: Das ist auch ein großer Teil in der Politik, dass man wieder gewählt werden will, dass auch Listen aufgestellt werden müssen um wenn wir da einfach neue Wege gehen wie wir Ressourcen schon damit unsererzeit umgehen dann denke ich könnte es eigentlich möglich sein dass wir schneller zu entscheiden kommen und auch zu besseren Entscheidungen und durchdachterinnen Entscheidungen, weil nicht jede Person für alles zuständig sein muss.
00:26:19: Und auch hier Parteien sind in der Pflicht den Menschen, die reinkommen oder auch gewählt werden.
00:26:26: Auch von vornherein deutlich zu machen ihr müsst nicht so einem sprechfähig sein.
00:26:30: ich finde auch das ist ein Recht und wir als Wählerinnen müssen uns bewusst sein Die Person muss sich nicht zu allem äußern können.
00:26:37: Stichwort auch Fehler Kultur.
00:26:39: man kann Fehler machen Man kann sagen dass meine Antwort auf etwas nicht weiß.
00:26:43: Das ist absolut menschlich Und eigentlich nur gut für uns alle wenn sich jeder und jede auf das fokussiert was ihm oder ihr eigentlich liegt, enthaltlich und auch in der Ausgestaltung.
00:26:54: Sie haben es vorhin schon angedeutet das Alter der die sich politisch engagieren ist ziemlich hoch so um die um die sechzig Und in den kommenden Jahren gehen noch viele weitere geboten starke Jahrgänge Die Baby Boomer in die Rente eine Generation die sich einfach sehr viel engagiert hat kommunal landesweit bundesweit Und jetzt kommen Generation Y und Z, und sollen nachwachsen quasi in die Politik hinein.
00:27:15: Und sollen dort auch dauerhaft Verantwortung übernehmen.
00:27:18: Welche Strategien braucht es hier um diese Menschen zu begeistern für dieses Engagement?
00:27:23: Ich kenne's aus der Kirche!
00:27:24: Wir kriegen mit wie schwierig ist junge Menschen dauerhaft an den Kirchen- und Adhärenamt zu binden weil ganz viel verpönt ist dieses Wenn du das einmal machst musst du das immer machen und bei der Politik braucht sie eine gewisse Verbindlichkeit.
00:27:35: ich kann mir also vorstellen dass da auch der Generationskonflikt sehr immanent ist.
00:27:38: in ihrem Thema
00:27:39: Ja, danke.
00:27:41: Also junge Menschen engagieren sich nur voran.
00:27:44: Das glaube ich muss man immer wieder betonen weil sonst waren die mal ja die haben kein Interesse.
00:27:47: Nee, sie interessiert nicht für Parteistrukturen und das ist auch wichtig aber sonst sind Sie sehr präsent.
00:27:54: Und da wo ich aber die Herausforderung sehe ist dass wir wissen es in der Generation die stärker als andere Generationen von psychischer Belastung geprägt wird, also die existenzängste Klimakrise.
00:28:11: Es ist einfach sehr viel auch.
00:28:13: wie geht es weiter?
00:28:15: Das ist ein großes Thema.
00:28:17: Also einerseits ist die Politik die Ursache des Problems aber Politik kann auch der Ausweg sein.
00:28:25: ja dass man sagt okay dann sei selbst wirksam du engagiere dich verändere das und dass wir das auch überhaupt schaffen das nicht auch das ist auch nicht selbstverständlich.
00:28:34: Aber das ist die große Chance auch.
00:28:36: Und da sehen wir auch, das hatten wir auch in den Gesprächen noch.
00:28:39: Zum Beispiel mit Riccarda Lang, die auch sagte im Bundestag kommt eine neue Generation von Abkontnen und diese sind nicht bereit so zu arbeiten wie die anderen.
00:28:48: Also es geht natürlich schon aber es muss effektiver sein.
00:28:53: ja weil sie auch nicht so bereit sind auf so viele andere Sachen zu verzichten.
00:28:57: Das bringt dazu bei dass auch der Ton sich verändert, dass aus Strukturen zu Positiven noch erinnert werden, Gesund sind eigentlich.
00:29:08: Wo?
00:29:08: dabei brauchen Sie, glaube ich eine große Unterstützung?
00:29:11: Und auch noch mal einen Schritt zurück.
00:29:13: Wo finden wir überhaupt diese Leute?
00:29:15: also um sie erst einmal zu binden an die Parteien müssen wir auch erstmal Menschen haben, die vielleicht angesprochen werden und die vielleicht auch Lust haben auf den Engagement.
00:29:24: da sehen wir eben bei Start-ups oder auch in der wirtschaftlichen Szene mehr Innovation, dass man genau schaut okay wie brauchen mehr junge Leute?
00:29:31: wo finden wir diese denn?
00:29:32: Wo können wir sie ansprechen.
00:29:34: Wo können we auf Sie zugehen und sagen hast du nicht eigentlich Lust mit der Vision die Du eigentlich hast bei uns in einer Partei mitzumachen?
00:29:40: Und doch hier stichwort Scouting fehlt dem Parteien immer noch ein notwendiger Schritt genau zu überlegen und auch strategisch zu über legen.
00:29:49: Mission Nachwuchs.
00:29:50: was machen wir eigentlich damit mehr junge leute auch zu uns kommen immer nur vorwiegend in One-Movement Bewegung wie Fridays for Future engagiert sind und sich einbringen, weil da gebe ich zu Sie recht.
00:30:03: Die Jugend ist ja nicht unpolitisch sondern die ist stark... und vertreten in den politischen Parteien, auch hier.
00:30:11: um nochmal deutlich zu machen.
00:30:13: In meiner Zeit damals auch im Panko an den Ortsvereinssitzungen ich habe so viele junge Leute zu den Sitzung kommen sehen und sie nie wiedergesehen.
00:30:21: Und das bricht mir tatsächlich das Herz weil diese Leute haben irgendwann entschieden zu einer Sitzung zu gehen und sich das anzuschauen.
00:30:28: Und dann für sich aber die Entscheidung getroffen, so wie die Strukturen der Sitzungen sind sehr altmodisch gestaltet, Protokollkontrolle, Tagesordnungspunkt eins bis zehn.
00:30:38: Das ist nichts für mich.
00:30:39: oder kann ich irgendwie effektiver in anderer Stelle ansetzen?
00:30:41: Ich glaube da versäumen wir sehr viel und da verlieren wir sehr viele Menschen gerade hier.
00:30:49: Wir haben auch immer diese... Auch in Bezug auf mehr Frauen für die Politik zu gewinnen würde.
00:30:54: Oder hören wir auch immer wieder von Parteien so, ja aber das verstehe ich nicht.
00:30:59: Wir haben da immer unseren Standtisch und da kann noch jede Frau zu uns kommen um zwanzig Uhr im Dorfkrog.
00:31:05: Aber das machen sie sich.
00:31:06: Und dass auch da diese Frage mal muss, will ich hinterfragen wen möchte ich erreichen?
00:31:11: Ist man Ansprache richtig?
00:31:13: sind die Formate richtig?
00:31:14: Sind die Strukturen richtig?
00:31:15: Oft ist es nicht der Fall!
00:31:18: Die Fragen werden nicht mal gestellt.
00:31:21: Das war das große Problem oder auch wenn man aussteigt, aber vielleicht reden wir später darüber.
00:31:26: Aber Parteien müssen einfach mehr Fragen stellen und sich um die Antworten interessieren vor allem.
00:31:32: Für mentale Gesundheit von Angestellten ist nicht zuletzt auch die Frage entscheidend wie Vorgesetzte führen?
00:31:38: Und das ist natürlich ein Thema in der Politik.
00:31:40: Politikerinnen und Politiker tragen hier eine hohe Verantwortung, wenn sie in Führungsämter gelangen.
00:31:44: Wie gelingt unser Demokratie in Ihren Augen zur Zeit die Auswahl von Führungspersonal?
00:31:49: Wie läuft das Thema Macht und Machtgefälle in der Politik.
00:31:52: Und Menschen in der Politik werden ja nicht zwingend gewählt, weil sie tolle Lieder- und Teammenschen sind sondern weil Sie vielleicht Themen voranbringen wollen.
00:32:00: Wie ist diese Spannungsfeld Ihrer Meinung nach?
00:32:03: Das ist ja auch das große Problem.
00:32:05: wie nennt es in einem Kapitel Führungspersonen über Nacht?
00:32:08: Wir müssen uns vorstellen, dass sind Abgeordnete die wissen bis vier Uhr morgens noch nicht ob sie jetzt gewählt worden sind.
00:32:15: Ob es jetzt reicht über die Liste reinzukommen und ein paar Stunden später sind sie theoretisch und irgendwann auch praktisch Führungspersonen von zwei Büros Wahlkreisbüro Bundestagsbüru jeweils vielleicht drei vier vier Menschen die dort auch arbeiten und vertreten sind und haben eigentlich gar nicht die Zeit sich in ihrer Führungsrolle einzuarbeiten.
00:32:35: Das geht auch in Richtung Onboarding, was wir hier an dieser Stelle haben und da sind vielleicht der Bundestag als Arbeitgeber, die Landtage als Arbeitgebende wie auch immer und auch Parteien und Fraktionen in der Pflicht auch hier ein gutes Onboarding anzubieten.
00:32:51: Und ja das ist eigentlich schade dass wenn wir auch Fraktionsvorsitz wählen Wir selten auch dran darüber nachdenken ob die Person auch geeignet machen.
00:33:02: Tatsächlich auch ein Team zu führen, empathisch zu sein auf bestimmte Reaktionen einzugehen, fürsorglich zu sein wenn vielleicht jemand Eltern geworden ist wie auch immer und das bedenkt man nicht mit weil auf geht es darum wie wird die Person nach außen hin uns repräsentieren?
00:33:22: welche Inhalte vertritt die Person?
00:33:23: Und da müssen wir stärker auch irgendwie schauen wie viel Führungspotenzial hat diese Person letztendlich und das spreche ich auch von der kommunalen
00:33:30: Ebene.
00:33:31: Und diese Menschen in diesen Abkortenbüro sind so wichtig.
00:33:36: Das hatten wir auch im Buch der Werte mal, wollte man Gespräch führen mit einem Abkorken und dann rufen wir dort an und dann sagt die Büro-Mitarbeiterin, ah ich sehe, nee das geht nicht da ist es ein Block, muss die Person... Mittagspause machen, ja.
00:33:52: Also auch diese Fürsorge... also das ist eine so wichtige Rolle die sie auch spülen.
00:33:56: oder auch stelle ich es auf Peter Tauber.
00:33:59: dann da sagt er einfach seine Mitarbeiterin.
00:34:01: Das war wie eine Mama für ihn und sie kannte alles und alle seine Sorgen und seine... Und das ist unglaublich wichtig, ja?
00:34:08: So aber zum Beispiel der Pune Sambiochen im Landtag in Düsseldorf auch mitbekommen dass Mitarbeitende teilweise auch viele Schulungen bekommen, auch nach dem Thema Achtsamkeit selbst für Sorge.
00:34:20: Sich organisieren nur die Abgeordnete nicht und da ist auch wieder dieser Widerspruch.
00:34:26: Warum?
00:34:26: Weil sie haben es verdient geschult zu werden.
00:34:30: aber wann denn?
00:34:31: Ich erinnere mich gut an einen Abend wo es eine Veranstaltung zu moderieren gab für mich und da war ein Landesminister mit dabei uns.
00:34:38: da ging's drum ob er dann noch ein paar geschnitte Schnittchen haben möchte und sowas und sein einziger Satz war Ich brauche keine geschmierten Schnittchen, ich brauch mal zehn Minuten Ruhe.
00:34:47: Also auch diese Pause halten wir für völlig normal.
00:34:51: Da kommt der Politiker ist sofort im Sendungsmodus.
00:34:53: aber natürlich!
00:34:54: Auch die brauchen mal eine Mittagspause oder einfach mal die zehn Minuten an der frischen Luft und mal klar kommen mit der Welt und mit sich selber.
00:35:00: Und das war eines der größten Erkenntnisse im Buch dass immer wieder betont wird Wir haben keine Zeit zum reflektieren.
00:35:06: Zeit zur Selbstreflexion fehlt.
00:35:07: Zeit um am politische Visionen für den nächsten Jahre zu entwickeln fehlt.
00:35:11: Man isst nur noch auf Abruf Und man versucht nur noch das, was da ist abzuarbeiten und zu reagieren.
00:35:17: Aber schafft es nicht proaktiv in diese Reflexionszeit auch Phase zu gehen?
00:35:22: Das ist natürlich sehr schädlich für die Demokratie.
00:35:24: Einer der krassesten Ausnahmezustände ist in unserer Wahrnehmung dieser Wahlkampfphase.
00:35:29: Wenn man an dieser Wahlkrampfbabel ist wie Sie es beschrieben haben so eine Art Rauschzustand Man ist ständig on, man ist immer unterwegs, man wirbt um Stimmen für viele schwierig da irgendwie unbeschadet rauszukommen und danach auch eventuell damit umzugehen, dass es eben nicht geklappt hat oder das man nicht gewählt wurde.
00:35:46: Was sind da Ihre Erfahrungen?
00:35:48: Ich würde vielleicht auch eine private Erfahrung auch zeigen weil im Darin denke ich, ey, das war verheiratet als ich wie gesagt damals vor zehn Jahren kandidiert habe für die Landtagswahl, Spitzinkandidatin Dalvarez Schwanger.
00:36:01: Ich habe mein Kind bekommen in der Zeit und das war...das war die Hölle.
00:36:04: also ich hab fast jeden Tag Es war einfach zu viel, bin ich geschlafen.
00:36:10: So, aber das habe ich natürlich daraus nicht gezeigt.
00:36:13: Weil man eben gewählt werden will.
00:36:14: es geht um dieses Bild von Macht.
00:36:16: ja wie möchte man wahrgenommen werden?
00:36:18: und das war die letzte Veranstaltung große Bühne in Rostock mit der damaligen FDP-Prominenz.
00:36:24: Und ich komme runter vor der Bühnen und dann kommt eine junge Frau zu mir und sagt Frau Brunner Weidrufer wir schaffen sie das?
00:36:31: Ich komme nicht mal dazu zu duschen!
00:36:33: Sie hat auch selbst ein Baby bekommen.
00:36:34: und dann habe ich gesehen Mensch ich hab alles falsch gemacht Ja ich habe nichts anderes Bild gezeigt von dem, was ich eigentlich fühle.
00:36:42: Weil ich dachte ja es gehört dazu.
00:36:43: aber ich muss auch sagen wie Sie beschreiben diese Wahlkampfer hat mich so getragen.
00:36:48: das war einfach so ein Busch.
00:36:50: also man macht einen Fahrweiter und das Gefühl man ist wichtig die Meinung interessiert deurer anderen Menschen, man macht Beiträge da kommen Leute die wollen Selfie haben also einfach so eine total andere Welt.
00:37:02: und dann kommt der Wahllabend.
00:37:03: gut in unserem Fall FDP in Mosten.
00:37:06: Wir wussten, dass es einfach nicht klappen würde.
00:37:08: Die Vorbereitung war schon da aber wir wissen das haben wir gesehen die letzten Landtagswahlen Es ist manchmal sehr knapp.
00:37:14: wo das jetzt nicht knapp finde ich ein paar Stimmen oder Menschen die dachten sie sind auf jeden Fall gewählt.
00:37:18: wenn dort nicht gewählt und dann brecht anfahrene Welt zusammen Und darauf werden auch die Menschen nicht vorbereitet.
00:37:24: ja man möchte für die Poetie gewinnen Aber wenn es nicht klappt Da gibt es kein Ja, einen Ruf am Tag dann aber kaum zu sagen okay wie können wir die helfen?
00:37:33: Und das ist einfach auch eine Krise.
00:37:38: Also auch da sehe ich unsere Verantwortung uns um die Menschen zu kümmern, die nicht mehr politisch aktiv sein können aus welchem Grund auch immer.
00:37:47: Es ist vielleicht hier eine gute Stelle um nochmal das Thema Medien zurückzuholen wie es eingangs versprochen habe diese vierte Macht im Staat und die natürlich auch solche Phasen begleitet Gerade im politischen Kommentar, manchmal mit Hämme und auch unsauberen Methoden unterwegs ist.
00:38:03: Und das eben nicht nur Berichterstattung ist, sondern auch sehr schnell persönlich wird gerade so Boulevardmedien.
00:38:07: Dann heißt es ja immer die Politiker sollen sich ein Panzer zulegen und da müssen sie durch und das kriegen Sie irgendwie hin.
00:38:12: Und sie schreiben ganz dezidiert, die Frage ist nicht ob sie sich einen Panzer zulegen, sondern warum sie den überhaupt brauchen?
00:38:18: Inwiefern sind Medien Teil des Problems und wie könnten sie vielleicht zur Lösung des Problemes beitragen?
00:38:24: Ich könnte mir vorstellen, indem Sie auch Strukturen transparenter machen.
00:38:28: Medien haben ja auch noch mal die Verantwortung oder auch nochmal die Rolle Dinge sichtbar zu machen, die vielleicht für den Großteil der Bevölkerung eher unsichtbar sind und eben auch nicht deutlich gemacht werden.
00:38:37: Dem sie auch zeigen unter welchen Umständen auch Entscheidungen getroffen werden.
00:38:41: ich glaube das könnte auch ein Weg sein dass man etwas freundlicher zu den Menschen ist die für eine Entscheidung auch treffen und sich bereit erklärt haben sich zu engagieren.
00:38:53: Schlüsselrolle Strukturen sichtbar zu machen, aber auch in der Rolle.
00:38:59: wie sie über PolitikerInnen schreiben, weil Sie das gerade auch nochmal angesprochen haben mit dem Panzer Kevin Hönigke, ehemaliger Bezirksstadtrat Berlin-Lichtenberg.
00:39:08: Der hat geschrieben dass er immer ja im Grunde Anzug und Schlips getragen hat um den privaten Kevin vom Stadtrat Kevin zu trennen.
00:39:16: Und das ist ja eigentlich auch hier noch mal Verhältnisprävention vor Verhaltenspräventions bevor wir uns eben anschauen was oder wie können wir mit dem Stress umgehen sollten?
00:39:28: verursacht den Stress.
00:39:29: Und auch hier finde ich es ganz eindrücklich, dass die Presse dann nicht darauf eingegangen ist und beschrieben hat das ja diese zwei Rollen hat.
00:39:37: man hätte ein Interview mit ihm machen müssen.
00:39:38: warum brauchen sie diese zwei rollen überhaupt?
00:39:42: Es ist eigentlich notwendig.
00:39:43: stattdessen haben sich darüber lustig gemacht dass es diese beiden rollen gibt.
00:39:47: Ich spreche jetzt nicht für alle Medien aber wir können schon beobachten In der öffentlichen Wahrnehmung nicht stark genug, immer noch sehr unsensibel aufgegriffen wird und sehr unsensible eingeordnet wird.
00:40:00: Und da haben Medien wirklich eine große Macht – und dieser Macht sollten sie auch gerecht werden!
00:40:06: Da bin ich total bei dir Tanas.
00:40:08: und um das Beispiel zu ergänzen, was ich angebracht habe.
00:40:11: Ich hab keine Idee, es hat nicht geklappt.
00:40:13: Das wussten wir aber das macht das trotzdem nicht leichter.
00:40:15: und ich weiß noch wie die Bild-Seitung ein paar Tage später an Schlagzeilen hatte Klatsche für die Mutti aus McBomb.
00:40:23: Und man denkt ey Leute!
00:40:24: Ich hab immer das als ehrenamtlich ja?
00:40:26: Also es ist ein Fahrt, es läuft nebenbei.
00:40:29: Ich hab mein Kind bekommen, weil ich kam von trotzdem.
00:40:31: Ich mach das, weil ... Und dann, wenn man so bestraft hat, tut nicht Not in dem Fall wert war was davon niemand und ich erst recht nicht.
00:40:41: Da schräg schon ab.
00:40:44: Dann überlegt man es zweimal, ob man das wieder tot?
00:40:47: Nehmen Sie wahr, dass die Medien bei Frauen noch mal gastiger sind als beim Männern?
00:40:51: Sie nicken beide ja!
00:40:53: Auf jeden Fall also... Frauen sind auch nach wie vor sehr viel Sexismus ausgesetzt in der Politik.
00:41:00: Da gibt es ja auch sehr, sehr viele Studien dazu die man sich eben anschauen kann wenn etwas von einem Mann gesagt wird von einer Frau das wird unterschiedlich bewertet.
00:41:08: Auch das sehen wir von der kommunalen Ebene bis zur Bundestagsebene auch auch die privaten Kommentare die Frauen bekommen.
00:41:16: und wenn ich das auch nochmal persönlich schildern darf als ich damals Kommunarpolitikerin geworden bin habe ich mich gegen Social Media entschieden weil Eigentlich wusste ich, das ist ein Sprachrohr und ich kann damit so viel bewirken.
00:41:28: Ich hatte auch tolle Ideen aber ich hatte einfach Angst vor Anfeindungen.
00:41:31: Ich hätte Angst vor Rassismus, ich hatte Angst vor Sexismus und vor anderen Kommentaren.
00:41:36: deswegen habe ich mich weil ich mich damals dafür nicht stark genug empfunden habe da ging entschieden und eigentlich empfinde ich es im Nachhinein als schade weil ich glaube ich hätte auch gute Inhalte produzieren können, um eben auch nochmal Kommunapolitik etwas sichtbarer und besser zu vertreten.
00:41:52: Aber nach wie vor würde ich glaube die Entscheidung genauso treffen weil ich dem einfach mich nicht aussetzen wollen
00:41:59: würde.".
00:42:17: Bei Männern ist es eher so, dass es um Fachlichkeit geht.
00:42:20: Man sagt, das sind keine Idiote oder was weiß ich, die haben keine Ahnung.
00:42:23: Aber bei Frauen, es gibt darum ... Dass sie Frauen sind, das reicht schon.
00:42:28: und was ist die Folge?
00:42:30: Die reden über bestimmte Themen nicht mehr auch Thema Migrationen, Thema Gleichstellung wiederverschwiegen.
00:42:37: Und dann ja ein bisschen zu.
00:42:38: Gruppen nehmen sich zurück aus dem öffentlichen Raum.
00:42:41: Das ist so schlimm, wenn man in Sachsen ... Nicht leichter als woanders.
00:42:50: Wir sind am Ende unseres Gesprächs und ich möchte Sie zu einem kleinen Gedankenspiel einladen, am Schluss wir machen gemeinsam jetzt einen Zeitsprung mal so fünfzehn Jahre nach vorn so Jahr zwei tausendvierzig oder forty-fünfzig so die Ecke.
00:43:01: wenn sie beschreiben könnten wie idealerweise der Alltag einer Bundestagsabgeordneten im Jahr twotausend vierzehneinundvierzch aussähe mit all dem im Blick was wir gerade besprochen haben Wie sehr der ausbeziehungsweise?
00:43:13: Wie würde er sich unterscheiden vom Alltag zweitausend sechsundzwanzig?
00:43:17: Wer möchte beginnen?
00:43:18: Frau Weithofer.
00:43:20: Ich wäre sehr bestmiss, ich sage es aus dem Jahr zwei Tausendundvierzig, das glaube ich ist mir da ein bisschen zu kurz.
00:43:27: Tatsächlich ja, fünfzehn Jahre reicht noch nicht für eine grundsätzliche Änderung denken Sie?
00:43:31: Nein, ich glaube wir brauchen nach ein bisschen länger.
00:43:33: Also ich glaube und das ist auch der Punkt mit dem Buch... Es geht uns nicht darum, Politik zu kritisieren.
00:43:39: Wir lieben Politik und wir glauben an die Politik und deswegen muss sich was ändern.
00:43:44: ja also das ist auch ein wichtiger Aspekt nochmal zu betonen.
00:43:47: aber ich würde mich mir vorstellen dass die Person aufsteht vielleicht guckt Nachrichten auf ihrem Handy oder E-Mail und dann sind schon vorgefiltert durch eine KI die ganz alle Kommentare die ich relevant bin schon versortiert hat oder vielleicht beantwortet hat Ja, die Wahl gehe ich jetzt in den Bundestag oder kann ich mich einfach online da zuschalten?
00:44:08: Weil vielleicht nachher andere Verantwortung zu Hause haben.
00:44:11: Und trotzdem kann ich genauso Teil haben wie andere.
00:44:15: Das wäre glaube ich zwei sehr wichtige Aspekte.
00:44:17: und ja, vielleicht geht diese Person dann durch den Tag rum, kann einfach entspannt ihre... Was ist entspannt?
00:44:25: Weil Politik wird immer herausfordernd bleiben das das wissen wir aber trotzdem in Ruhe.
00:44:29: ein paar neue Themen einfach für sich Durch neue Themen gehen, sich mit der Hand befassen die ja auch Spaß machen, die sie entschieden hat.
00:44:40: Ja mach weiter liebe Tannas und ich glaube der Tag ist noch sehr lang vor einer...
00:44:45: Okay wir sind ja gerade noch am Vormittag bzw.
00:44:47: am Morgen.
00:44:48: Aber was wäre vielleicht in jahrelweise noch in fünfzehn Jahren anders?
00:44:52: Mir geht's da ähnlich, wie es passiert.
00:44:54: Und ich merke das ist mir sehr schwerfällt diese Frage zu beantworten und ich mich gerade frage warum es mir so schwer fällt?
00:45:00: Deswegen würde ich es vielleicht so machen wie man es in der Politik manchmal macht wenn man eine Frage gestellt bekommt auf die man keine Antwort hat einfach eine Gegenfrage zu stellen oder eine andere Frage zu Beantworten die man sich ausgesucht hat.
00:45:10: Na los!
00:45:12: Ich glaube wenn ich eine Sache bestimmen könnte die sich von heute auf morgen verändert in fünfzehn Jahren dann wäre es dass wir Menschen alle mehr Einblicke haben politische Arbeit tatsächlich bedeutet.
00:45:23: Ich glaube, wenn wir wüssten wie Arbeitsalltage vom Politiker in auf kommunaler Ebene Landtag Bund europäischer Ebene sind hätten die es leichter weil es ihnen sehr viel Druck abnehmen würde weil die Menschen verstehen würden wie die Arbeit funktioniert und wie werden bisschen achtsamer und ein bisschen ein bisschen netter zueinander.
00:45:43: Und ich glaube, das ist das was wir im Jahr zum Jahr- und Jahrzehntausende mehr nett sein zueinander, menschen sein und auch irgendwie ein Stück weit weniger kritisch miteinander und auch um sich selbst.
00:45:57: Frau Falakenas, Frau Weidhofer herzlichen Dank für dieses Gespräch!
00:46:00: Danke schön!
00:46:01: Vielen Dank.
00:46:09: Das Buch, wer macht's noch?
00:46:11: Warum wir über Mental Health in der Politik reden müssen ist im Verlag Herrder erschienen.
00:46:17: Wenn ihr dort reinlesen wollt empfehlen wir euch nicht nur den Gang in die nächste Buchhandlung sondern haben als Dankeschön für unsere Hörerinnen und Hörern eine Überraschung parat.
00:46:25: Wir verlosen nämlich fünf Exemplare des Buchs von Tannas Falaknass und Cecil Weithofer.
00:46:30: Wie ihr bis zum sechzehnten September an dieser Verlosung teilnehmen könnt Das verrät euch der Blick in die Show-Notes, also in den Begleittext zur heutigen Episode.
00:46:39: Und jetzt seid ihr gefragt wie blickt ihr auf das Thema unserer heutigen Folge?
00:46:43: Habt ihr selbst bereits in der Kommunalpolitik vor Ort ähnliche Erfahrungen gemacht oder habt ihr einen Vorschlag wie unsere Demokratie für die sich da drinnen engagieren gesünder aufgestellt werden könnte?
00:46:52: Kommentiert gerne auf Facebook oder auf Instagram oder schreibt uns unter lebendig-akademisch.de.
00:46:58: Dort findet ihr übrigens auch das Druck frisch erschienene Veranstaltungsprogramm der katholischen Akademie für die Monate September bis November, dass in unserem Dresdner Forum ebenfalls mit Veranstaltung rund um den Themen Schwerpunkt Mental Health zum Mitdiskutieren einlädt.
00:47:12: Und wenn euch die heutige Folge gefallen hat dann lasst gerne fünf Sterne für uns da bei Spotify oder bei Apple Podcasts oder dem Player eurer Wahl und empfehlt uns bitte weiter an Arbeitskollegen, an bekannte oder Familienmitglieder!
00:47:24: Vielen vielen Dank für eure Unterstützung.
00:47:30: An der heutigen Folge mitgearbeitet haben Emily Siegel, Jonathan Burger und ich.
00:47:34: Ich bin Daniel Heinz.
00:47:35: Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald!
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