Annette Jantzen: Die ignorierten Frauen der Bibel

Shownotes

Welche Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament in Lesungen und als Evangelientext in den Gottesdiensten gelesen werden, folgt in der katholischen Kirche klaren Regeln. Sonntags und an hohen Feiertagen wechseln die Texte alle drei, werktags alle zwei Jahre. Was gelesen wird, wird in seiner Relevanz auch für das Glaubensleben heute betont und in ein liturgisch bedeutsames Licht gerückt. Die Kehrseite der nötigen Konzentration auf einige Texte ist dabei natürlich, dass andere Kapitel und Verse unter den Tisch fallen.

Unser heutiger Gast bei „Mit Herz und Haltung“, die Theologin Dr. Annette Jantzen, hat die Leseordnung tief unter die Lupe genommen. Ihre Diagnose lautet kurz und knapp: Die Auswahl fällt ganz eindeutig zu Ungunsten der Frauen aus. Nur rund ein Drittel der biblischen Frauengestalten kommt in den gottesdienstlichen Lesungen vor und deren Geschichten werden in aller Regel stark gekürzt. Ihr neues Buch beschäftigt sich deshalb mit all denjenigen Frauen, deren Geschichten ausgelassen werden. Sie gibt den ignorierten Frauen der Bibel ihre Erzählungen zurück und den Lesenden damit ein breiteres Spektrum an weiblichen Identifikationsfiguren.

Dr. Annette Jantzen studierte Katholische Theologie in Bonn, Jerusalem, Tübingen und Strasbourg. Sie ist als Projektleiterin im Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ tätig. Prägend für ihre Arbeit ist vor allem ihr Blog www.gotteswort-weiblich.de.

Hinweise

Interview: Daniel Heinze Redaktion: Jonatan Burger, Emily Siegel Intro/Outro, Schnitt und Produktion: Daniel Heinze

Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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